Halbjahresbilanz des 1. FC Köln: Defensive im Fokus
Nach einer gemischten Hinrunde hat der 1. FC Köln in der Winterpause die Gelegenheit genutzt, um durchzuatmen. Es ist an der Zeit, die erste Saisonhälfte zu reflektieren und ein Zwischenzeugnis für die Defensive auszustellen.
Köln – Der 1. FC Köln feierte im Sommer die Rückkehr in die Bundesliga mit großer Begeisterung. Der Kader wurde umfassend umgestaltet, und mit Lukas Kwasniok übernahm ein neuer Trainer das Ruder. Der Auftakt war vielversprechend, doch nach der Derby-Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach geriet der Schwung ins Stocken.
Der FC wartet seit sechs Spielen auf einen Sieg und konnte seit Anfang November lediglich zwei Punkte sammeln. Dennoch beendet die Kwasniok-Elf das Jahr auf dem elften Platz in der Tabelle – eine respektable Leistung für einen Aufsteiger. Die kurze Winterpause bietet die Gelegenheit für eine umfassende Analyse! EXPRESS.de hat den Kader unter die Lupe genommen und Noten vergeben. Im ersten Teil liegt der Fokus auf der Defensive.
Marvin Schwäbe (30)
Als zuverlässige Nummer eins ist Schwäbe entscheidend für den Erfolg eines Aufsteigers in der Bundesliga. Es liegt nicht an ihm, dass der FC seit fast zwei Monaten auf einen Sieg wartet. Der Kapitän bewahrte sein Team mit zahlreichen wichtigen Paraden oft vor Schlimmerem und sicherte in Hoffenheim den Sieg. Gegen seinen ehemaligen Klub Eintracht Frankfurt feierte er zudem sein 100. Bundesliga-Spiel für den FC. Einzig seine Schwäche bei hohen Bällen und Standards, wo er oft auf der Linie bleibt, trübt seine Note.
EXPRESS.de-Note: 2
Sebastian Sebulonsen (25)
Der Norweger kam im Sommer als Überraschung aus Dänemark und hinterließ in der Vorbereitung einen hervorragenden Eindruck. Trainer Kwasniok lobte ihn als „Vollmaschine“ und „Ivan Drago des Fußballs“. Trotz seiner starken Leistungen in der Vorbereitung kann Sebulonsen im Ligabetrieb nicht ganz anknüpfen, vor allem offensiv wartet er noch auf seinen ersten Scorerpunkt. Defensiv hat er sich jedoch verbessert und zeigte in einer Notsituation sogar gute Leistungen als Innenverteidiger.
EXPRESS.de-Note: 3,5
Alessio Castro-Montes (28)
Der Belgier kam am letzten Tag der Transferperiode von Union St. Gilloise und wurde anfangs von Kwasniok gelobt und mit Messi und Neymar verglichen. Nach einem schwachen Debüt gegen Bremen, das nach 45 Minuten endete, fand er sich wieder auf der Bank. Ein Abschied im Winter ist jedoch nicht geplant, und er muss sich steigern, um seinen Platz zu finden.
EXPRESS.de-Note: 5
Rav van den Berg (21)
Der Königstransfer des Sommers, für den der FC 8 Millionen Euro investierte, ist als Soforthilfe und Zukunftsinvestition eingeplant. Trotz einer schweren Schulterverletzung, die ihn zu einer monatelangen Pause zwang, zeigte er nach seiner Rückkehr starke Leistungen. Leider erhielt er in der letzten Partie des Jahres eine unnötige Rote Karte und wird in den nächsten Spielen fehlen. Der FC kann jedoch auf seine zukünftigen Leistungen zählen.
EXPRESS.de-Note: 3
Joel Schmied (27)
Der letzte verbliebene Spieler aus Kellers unglücklichen Wintertransfers hat sich in dieser Hinrunde als Bundesliga-tauglich erwiesen. Trotz großer Konkurrenz hat er sich einen Stammplatz erkämpft und überzeugt mit stabilen Leistungen. Leider zog er sich gegen Frankfurt eine schwere Muskelverletzung zu, die seine Saison vorzeitig beendete. Kwasniok hofft, dass er rechtzeitig für das Trainingslager in Spanien fit wird.
EXPRESS.de-Note: 2,5
Timo Hübers (29)
Nach einer durchwachsenen Aufstiegssaison haben viele eine Wachablösung in der Abwehr erwartet. Doch Hübers spielte stark auf und wurde von Kwasniok als „Abwehrchef“ bezeichnet. Leider zog er sich am 25. Oktober eine schwere Knieverletzung zu, die seine Saison beendete. Er arbeitet nun hart an seinem Comeback, und es gibt Anzeichen, dass sein auslaufender Vertrag verlängert wird.
EXPRESS.de-Note: 2,5
Dominique Heintz (32)
Der ehrgeizige Routinier, den viele bereits abgeschrieben hatten, hat sich als wertvoller Spieler erwiesen. Nach anfänglicher Unterschätzung durch Kwasniok zeigte er in Hoffenheim eine starke Leistung. Seitdem ist er eine verlässliche Größe in der Abwehr, auch wenn er nicht mehr der Schnellste ist. Seine Erfahrung und Routine sind für die Mannschaft von großer Bedeutung.
EXPRESS.de-Note: 3
Cenk Özkacar (25)
Die Leihe aus Valencia begann gut, doch nach einem ordentlichen Spiel in Regensburg fiel er wochenlang aus. Er pendelt derzeit zwischen Bank und Einsatz, und seine Leistungen sind noch nicht konstant genug.