Hamburger SV kehrt nach sieben Jahren in die Bundesliga zurück
Nach sieben Jahren Abwesenheit ist der Hamburger SV wieder in die Bundesliga zurückgekehrt. Vor ihrem Abstieg galten die Hanseaten als Lieblingsgegner des FC Bayern München, doch die Realität sieht anders aus.
München – Als der damalige „Bundesliga-Dino“ aus Hamburg nach der Saison 2017/18 nach 55 Jahren als letztes Gründungsmitglied des deutschen Fußball-Oberhauses in die Zweitklassigkeit abstieg, gab es möglicherweise nur einen positiven Aspekt: Die Serie der herben Niederlagen in der Allianz Arena gegen den FC Bayern wurde beendet. In den letzten neun Ligaspielen von 2010 bis 2018 verlor der HSV alle und hatte ein Torverhältnis von 3:51. Die detaillierte Bilanz lautete: 0:1 (28. Februar 2010), 0:6, 0:5, 2:9, 1:3, 0:8, 0:5, 0:8 und 0:6 (10. März 2018).
Der letzte Sieg des HSV gegen Bayern in der Bundesliga datiert vom 26. September 2009, als Hamburg zuhause mit 1:0 gewann. Danach folgten im Volksparkstadion drei Unentschieden und sieben Niederlagen, darunter zwei im DFB-Pokal. Vor dem ersten Pflichtspiel der beiden Traditionsvereine seit über siebeneinhalb Jahren am Samstagabend um 18:30 Uhr freuen sich die Bayern-Fans auf die Rückkehr ihres vermeintlichen Lieblingsgegners, auch wenn die Bundesliga-Historie dies stark relativiert.
Ein Blick auf die Bilanz des FC Bayern gegen die aktuellen 17 Ligakonkurrenten zeigt, dass nur sechs Vereine eine bessere Bilanz als der HSV aufweisen, während zehn eine schlechtere haben. Dies ist wenig überraschend, da die Dominanz des Rekordmeisters stetig zunimmt, insbesondere gegenüber den Vereinen, die noch nicht lange in der Bundesliga spielen.
In der Rangfolge der schlechtesten Bilanzen gegen Bayern stehen Union Berlin (Punkteschnitt von 0,33 zu 2,33 pro Partie), VfL Wolfsburg (0,34 : 2,54), SC Freiburg (0,44 : 2,36), FC Augsburg (0,48 : 2,45), FC St. Pauli (0,56 : 2,22), TSG Hoffenheim (0,65 : 2,15), RB Leipzig (0,68 : 1,95) und Mainz 05 (0,71 : 2,21). Die Einordnung basiert auf den durchschnittlichen Punkten, die die Vereine gegen den 34-fachen Deutschen Meister erzielt haben.
Der VfB Stuttgart belegt mit einer Bilanz von 19 Siegen, 22 Unentschieden und 71 Niederlagen in 112 gemeinsamen Bundesliga-Spielen den neunten Platz unter den Gegnern mit den schlechtesten Durchschnittswerten. Diese 71 Niederlagen sind ein Bundesligarekord. Das Torverhältnis aus Stuttgarter Sicht beträgt 125:238, was einem Punkteschnitt von 0,71 zu 2,10 entspricht.
Der 1. FC Heidenheim befindet sich an zehnter Stelle der „FCB-BL-Opfer“ mit einer Bilanz von 0,75 zu 2,25 Punkten aus vier Spielen (ein Sieg, drei Niederlagen, 7:14 Tore). Überraschend ist, dass die Heidenheimer gegen Bayern nicht die schlechteste Bilanz ihrer Geschichte aufweisen; diese haben sie gegen Eintracht Frankfurt mit vier Niederlagen und einem Torverhältnis von 1:11.
Der Hamburger SV hat in seinen 106 Bundesliga-Spielen gegen Bayern durchschnittlich nur 0,75 Punkte erzielt, während die Münchner auf 2,05 kommen: 19 Siege, 22 Unentschieden und 65 Niederlagen – bei einem katastrophalen Torverhältnis von 101:247. Die Anzahl der Gegentore sowie das negative Verhältnis von minus 146 stellen einen Negativrekord zwischen zwei Bundesligisten dar.
Nur Bayer Leverkusen (0,87 : 1,91), Eintracht Frankfurt (0,92 : 1,86), Werder Bremen (0,92 : 1,85), 1. FC Köln (0,93 : 1,84), Borussia Dortmund (0,98 : 1,73) und Borussia Mönchengladbach (1,01 : 1,72) haben eine bessere Gesamtliga-Bilanz gegen Bayern als der HSV. Die Fohlenelf, in den letzten Jahren sogar als „Angstgegner“ des FCB bezeichnet, ist der einzige aktuelle Bundesliga-Gegner, der gegen Bayern pro Partie durchschnittlich mehr als einen Punkt geholt hat (114 Spiele: 28 Siege, 31 Unentschieden, 55 Niederlagen – 143:219 Tore).
Die bessere Gesamtliga-Bilanz des HSV trotz der jüngeren Pleitenserie ist nicht nur auf die fünf besten Jahre des Vereins zwischen 1978 und 1983 zurückzuführen, als er dreimal Deutscher Meister und zweimal Vize-Meister hinter Bayern wurde. Überraschend ist auch, dass der HSV in den ersten vier Bundesliga-Spielen in der neu eröffneten Allianz Arena von 2005 bis 2008 nicht verlor: 1:2, 1:2, 1:1, 2:2 aus Sicht des FCB. Das 2:2 am 15. August 2008 zur Saisoneröffnung war übrigens das erste Bundesliga-Spiel von Thomas Müller und das letzte von Vincent Kompany für Hamburg, bevor er zu Manchester City wechselte. In dieser Zeit ließ der FC Bayern zudem regelmäßig Punkte in der Hansestadt liegen.