HSV und Wolfsburg: Ein Rückblick auf ein denkwürdiges Duell

HSV und Wolfsburg: Ein Rückblick auf ein denkwürdiges Duell

Der Hamburger SV und der VfL Wolfsburg haben sich in der Bundesliga bereits 44 Mal gegenübergestanden und dabei zahlreiche spannende Duelle geliefert. Besonders in Erinnerung bleibt jedoch eine Begegnung, die am 20. Mai 2017, dem letzten Spieltag der damaligen Saison, im Volksparkstadion stattfand.

Vor dem Anpfiff befand sich der HSV mit 35 Punkten auf dem Relegationsplatz, während der VfL Wolfsburg nur zwei Zähler davor lag. Um den direkten Klassenerhalt zu sichern, benötigten die Hanseaten unbedingt einen Sieg.

Das „Endspiel“ war für den HSV besonders wichtig, nachdem sie in der Vorwoche durch ein glückliches Unentschieden gegen Schalke noch einen Punkt sichern konnten. Ein entscheidender Treffer von Pierre-Michel Lasogga und eine strittige Entscheidung des Schiedsrichterassistenten hatten ihnen das ermöglicht. Andernfalls wäre die dritte Teilnahme an der Relegation innerhalb von vier Jahren kaum noch abzuwenden gewesen.

Unter der Leitung von Markus Gisdol, der zu Beginn der Saison das Traineramt von Bruno Labbadia übernommen hatte, hatte der HSV den Klassenerhalt in eigener Hand, wirkte jedoch zunächst verunsichert. Kaum gelang es den Rothosen, über die Mittellinie zu kommen. Die Gäste aus Wolfsburg, die mit namhaften Spielern wie Mario Gómez, Jakub Blaszczykowski und Luiz Gustavo aufliefen, gingen nach 23 Minuten durch einen Kopfball von Robin Knoche in Führung.

Wolfsburgs Abwehrspieler Philipp Wollscheid leistete sich jedoch einen folgenschweren Fehler, der den HSV zurück ins Spiel brachte. Lewis Holtby bediente Filip Kostić, der zum 1:1 ausglich. Danach flachte die Partie ab, während Wolfsburg weiterhin überlegen blieb, jedoch nicht in der Lage war, seine Chancen zu nutzen.

Mit dem 1:1 schien der VfL zufrieden zu sein, da dies den Klassenerhalt sicherte. Der HSV versuchte zwar, Druck aufzubauen, agierte jedoch ideenlos und ohne klare Torgefahr. In der 88. Minute kam jedoch der entscheidende Moment: Kostić erlief einen langen Ball von Gotoku Sakai und schlug eine präzise Flanke, die der eingewechselte Luca Waldschmidt zum umjubelten 2:1 einköpfte.

Die Atmosphäre im Volksparkstadion war elektrisierend, doch die Hamburger mussten noch mehr als sieben Minuten Nachspielzeit überstehen. Torhüter Christian Mathenia, der an diesem Tag herausragend spielte, sicherte den Vorsprung bis zum Schlusspfiff. Der HSV, der die Saison mit nur zwei Punkten aus zehn Spielen begonnen hatte, schaffte somit den unerwarteten Klassenerhalt. Dies führte zu einem emotionalen Platzsturm der Fans, der an die Feierlichkeiten nach dem Aufstieg gegen Ulm erinnerte.

Die Aufstellungen lauteten wie folgt:

HSV: Mathenia; Sakai, Papadopoulos, Mavraj, Ostrzolek; Ekdal (71. Jatta), Jung; Müller (64. Gregoritsch), Holtby (86. Waldschmidt), Kostić; Wood

Wolfsburg: Casteels; Jung (76. Osimhen), Knoche, Wollscheid, Gerhardt; Guilavogui, Luiz Gustavo; Blaszczykowski (46. Vieirinha), Malli (84. Arnold), Ntep; Gómez

Tore: 0:1 Knoche (23.), 1:1 Kostić (32.), 2:1 Waldschmidt (88.)

Die Freude über den Last-Minute-Klassenerhalt währte jedoch nicht lange. Der HSV gewann zwar die ersten beiden Spiele der neuen Saison, konnte in den folgenden 26 Partien nur noch zwei Siege erringen und stieg ab. Auch eine Aufholjagd im Endspurt genügte nicht, obwohl sie dem VfL Wolfsburg erneut große Probleme bereiteten. Wolfsburg sicherte sich am letzten Spieltag mit einem 4:1-Sieg über Köln den Klassenerhalt und entschied die Relegation souverän für sich, sodass sie sich seit über 28 Jahren Erstligist nennen können.

Der HSV benötigte sieben Spielzeiten, um die Zweitklassigkeit zu verlassen. Nun stehen sie erneut dem VfL Wolfsburg gegenüber, gegen den sie in den letzten elf Heimspielen nur einen einzigen Sieg erringen konnten – den denkwürdigen vom 20. Mai 2017. Obwohl das heutige Aufeinandertreffen nicht die gleiche Brisanz birgt, könnte ein weiterer Sieg den Hamburger Fans große Freude bereiten und gleichzeitig einen wichtigen Abstand zu den Abstiegsrängen schaffen.

(Dieser Artikel entstand in Kooperation mit nurdieraute.de/)

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