Infantino im Fokus beim FIFA-Kongress in Vancouver

Infantino im Fokus beim FIFA-Kongress in Vancouver

Gianni Infantino inszeniert sich beim FIFA-Kongress erneut, doch die kanadische Polizei spielt dabei nicht mit.

Vancouver – Am Donnerstag versammeln sich in Vancouver 211 Mitgliedsverbände des Weltverbands zum FIFA-Kongress im Vorfeld der WM 2026, die in den USA, Kanada und Mexiko stattfinden wird. Für Infantino bietet diese Zusammenkunft die Gelegenheit, sich vor der aus seiner Sicht "größten und inklusivsten" WM aller Zeiten zu feiern. Viele Beobachter erwarten die Bekanntgabe seiner erneuten Kandidatur für das Präsidentenamt im Jahr 2027.

Infantino bleibt bei vielen Fußballfans umstritten, was unter anderem an seinen politischen Äußerungen liegt, wie der Unterstützung von US-Präsident Donald Trump, dem er im Dezember sogar einen eigens ins Leben gerufenen FIFA-Friedenspreis verlieh. Der 56-Jährige scheint sich selbst in der Nähe einer Staatsoberhaupt-Rolle zu sehen.

Vor dem FIFA-Kongress in Vancouver wurde bei der lokalen Polizei eine spezielle Behandlung für Infantino angefragt, die einer Staatsoberhaupt-Eskorte ähnelte. Der Antrag auf eine Sicherheitseskorte mit Straßensperrungen und einer eigenen Autokolonne wurde jedoch von den Behörden abgelehnt. Polizeivizepräsident Don Chapman bestätigte kurz und knapp: "Formelle Fahrzeugkonvois mit Verkehrssperrungen sind Staatsoberhäuptern vorbehalten."

In einer Stellungnahme teilte die FIFA mit, dass Infantino von diesem Antrag nichts wusste. "Der FIFA-Präsident war sich keiner Anfrage an die Behörden bezüglich seines Transports und Sicherheitsfragen für den 76. FIFA-Kongress bewusst oder daran beteiligt", hieß es. Eine Sprecherin der Polizei in Toronto erklärte zudem, dass auch bei der WM im Sommer keine Eskorten für VIPs geplant seien.

Obwohl die Thematik kein offizieller Punkt der Tagesordnung ist, wird der Kongress in Vancouver erneut Fragen zum Iran aufwerfen. Infantino betonte zuletzt, dass der Iran "auf jeden Fall" an der Endrunde teilnehmen solle. US-Außenminister Marco Rubio wies die Verantwortung für diese Entscheidung jüngst an den Iran zurück und sagte: "Das Problem mit dem Iran wären nicht die Sportler. Es wären einige der anderen Leute, die sie mitbringen wollen." (mbo)

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