Interne Spannungen beim FC Bayern trotz sportlichem Erfolg
Die Saison verlief für den FC Bayern sportlich äußerst erfolgreich. Dennoch herrscht intern alles andere als Harmonie, insbesondere Sportvorstand Max Eberl steht in der Kritik.
München – Der FC Bayern hat allen Grund zur Freude: Die Münchner gewannen nicht nur die Bundesliga, sondern sicherten sich auch erstmals seit 2020 wieder den DFB-Pokal. Hinter den Kulissen jedoch brodelt es an der Säbener Straße. Anstelle von Harmonie gibt es interne Spannungen und Machtkämpfe.
Laut dem Kicker ist der FC Bayern seit mehreren Monaten keine Einheit mehr. Das Blatt berichtete bereits in den vergangenen Monaten mehrfach über interne Konflikte. Besonders angespannt ist das Verhältnis zwischen Sportvorstand Max Eberl und Sportdirektor Christoph Freund.
Max Eberl sieht sich intern zunehmend unter Druck. Seine Arbeit wird im Aufsichtsrat kritisch hinterfragt. „Es gibt noch Zweifel. Ich möchte nicht ins Detail gehen, das überlasse ich der Diskussion im Aufsichtsrat“, sagte Uli Hoeneß dem Spiegel. Die Chancen auf eine Vertragsverlängerung mit Eberl beziffert der Bayern-Patron lediglich mit „60 zu 40“.
Das Vertrauen zwischen Eberl und dem Kontrollgremium scheint gering zu sein. Ein zentrales Problem ist die mangelnde Transparenz bei Transfervorhaben. Eberl informiert den Aufsichtsrat häufig erst, wenn Verhandlungen bereits weit fortgeschritten sind. Das Gremium, das bei Transfers ab 50 Millionen Euro zustimmen muss, wurde bereits mehrfach vor vollendete Tatsachen gestellt.
Zusätzlich zur sportlichen Arbeit wird auch Eberls Umgang mit internen Konflikten kritisch betrachtet. Innerhalb der Führungsetage herrscht der Eindruck, dass Eberl Schwierigkeiten mit der traditionellen Streitkultur beim FC Bayern hat. Seine bewussten, handyfreien Auszeiten sorgen intern ebenfalls für Diskussionen.
Eine Entscheidung über Eberls Zukunft wird nicht sofort getroffen. Laut Bericht wird das Thema in der nächsten Aufsichtsratssitzung im August intensiv diskutiert. Dann wird bewertet, „ob Max Eberl der Manager ist, der den FC Bayern in die Zukunft führen soll“, so Hoeneß. Bis dahin bleibt die Lage ungewiss. Der Double-Gewinn hat die Saison sportlich vergoldet, doch die Frage nach der Machtstruktur beim FC Bayern bleibt weiterhin offen.