Interne Spannungen beim FC Bayern trotz sportlichem Erfolg
Die sportliche Saison verlief für den FC Bayern München äußerst erfolgreich. Dennoch herrscht intern alles andere als Harmonie, insbesondere Sportvorstand Max Eberl sieht sich wachsender Kritik ausgesetzt.
In München gibt es Grund zur Freude: Die Bayern haben nicht nur die Bundesliga gewonnen, sondern auch den DFB-Pokal zurückerobert, den sie zuletzt 2020 gewonnen hatten. Doch hinter den Kulissen brodelt es an der Säbener Straße. Anstelle von Harmonie gibt es interne Spannungen und Machtkämpfe.
Laut dem Kicker ist der FC Bayern seit mehreren Monaten keine Einheit mehr. Das Magazin hat bereits mehrfach über interne Konflikte berichtet. Besonders angespannt ist das Verhältnis zwischen Sportvorstand Max Eberl und Sportdirektor Christoph Freund.
Max Eberl sieht sich intern zunehmendem Druck ausgesetzt. Die Arbeit des 52-Jährigen wird im Aufsichtsrat immer kritischer hinterfragt. „Es gibt noch Zweifel. Ich möchte nicht ins Detail gehen, das überlasse ich unserer Diskussion im Aufsichtsrat“, erklärte Uli Hoeneß gegenüber dem Spiegel. Die Chancen für eine Vertragsverlängerung mit Eberl schätzt der Bayern-Patron auf lediglich „60 zu 40“.
Berichten zufolge besteht zwischen Eberl und dem Kontrollgremium kein großes Vertrauensverhältnis. Ein zentrales Problem sei die mangelnde Transparenz bei Transfervorhaben. Eberl soll den Aufsichtsrat häufig erst informieren, wenn die Verhandlungen bereits weit fortgeschritten sind. Das Gremium, das bei Transfers ab 50 Millionen Euro zustimmen muss, wurde dadurch bereits mehrfach vor vollendete Tatsachen gestellt.
Auch Eberls Umgang mit internen Konflikten wird kritisch betrachtet. Innerhalb der Führungsetage gibt es den Eindruck, dass der Sportvorstand Schwierigkeiten mit der traditionellen Streitkultur beim FC Bayern hat. Zudem sorgen Eberls bewusste, handyfreie Auszeiten intern immer wieder für Diskussionen.
Die Entscheidung über Eberls Zukunft soll nicht sofort getroffen werden. Dem Bericht zufolge wird das Thema in der nächsten Aufsichtsratssitzung im August intensiv diskutiert. Dann wird bewertet, „ob Max Eberl der Manager ist, der den FC Bayern in die Zukunft führen soll“, so Hoeneß. Bis dahin bleibt die Situation unklar. Der Double-Gewinn hat die Saison sportlich glänzend gemacht, doch die Frage nach der Machtstruktur beim FC Bayern bleibt unbeantwortet.