Jason George: Offene Worte über Drogenabhängigkeit und Rückkehr zum Basketball

Jason George: Offene Worte über Drogenabhängigkeit und Rückkehr zum Basketball

Ein ehemaliger Basketballspieler des FC Bayern äußert sich offen über seinen Drogenkonsum und gibt Einblicke in seine Abhängigkeit.

München – Jason George, einst eines der vielversprechendsten Basketballtalente Deutschlands, hat in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung seine dunkle Vergangenheit thematisiert. Der heute 24-Jährige durchlief die Nachwuchsmannschaften des Deutschen Basketball Bundes (DBB), wurde Junioren-Nationalspieler und schaffte den Sprung zu Bayern München. Doch hinter der erfolgreichen Fassade verbirgt sich eine Geschichte, die die Herausforderungen des Profisports verdeutlicht.

Anfang Mai 2023 leitete die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) ein Untersuchungsverfahren gegen George ein, nachdem ein auffälliger Befund festgestellt wurde. Der 2,02 Meter große Profi wurde vorläufig vom Spielbetrieb suspendiert. Nach etwa eineinhalb Jahren endeten die sportrechtlichen Ermittlungen, und die NADA sperrte ihn für zwei Jahre und vier Monate wegen des Konsums von MDMA und Methamphetamin.

In dem Interview sprach George über seine Abhängigkeit und erklärte: „Ich brauchte die Drogen, sie wurden meine Medizin gegen den Schmerz, keinen Spaß mehr beim Basketball zu empfinden.“ Er gestand, Marihuana geraucht und später Kokain konsumiert zu haben, und war „nicht weit weg von einer Überdosis“.

Ein einschneidendes Erlebnis während seiner Zeit bei Bayern München beschleunigte Georges Abstieg. „Es müsste vor etwa vier Jahren gewesen sein, zur Weihnachtszeit. Es gab einen Vorfall mit meinem Trainer“, berichtete der 24-Jährige über den Beginn seiner Drogenprobleme. Sein damaliger Trainer Andrea Trinchieri hatte ihn geschlagen. Anschließend wechselte George leihweise nach Chemnitz, doch die Abwärtsspirale setzte sich mit der positiven Dopingprobe fort.

In Georges Blut wurden Ecstasy und Crystal Meth nachgewiesen. Er betont, diese Drogen nie bewusst konsumiert zu haben; sie seien wahrscheinlich beim Konsum anderer Substanzen in seinen Körper gelangt. George erklärt, dass er Drogen nur zur Betäubung und nicht zur Leistungssteigerung eingenommen habe, was die NADA glaubhaft nachweisen konnte, weshalb seine Sperre verkürzt wurde.

Der positive Dopingtest erwies sich paradoxerweise als Wendepunkt in Georges Karriere. Obwohl es zunächst den Anschein hatte, als „ob die Welt untergeht“, betrachtet der 24-Jährige den Test und die Sperre heute als „Geschenk“, da sie ihm halfen, aus der Abwärtsspirale herauszufinden. Im Dezember 2025 verpflichteten ihn schließlich die Würzburg Baskets, und nach seiner schwierigen Drogenvergangenheit ist George nun zurück in der Basketball-Bundesliga, wo er auf eine Trainerlegende des FC Bayern trifft.

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