Jens Castrop glänzt im Derby: Ein Aufstieg für Borussia Mönchengladbach?
Borussia Mönchengladbach hatte im Derby gegen Köln einen herausragenden Spieler: Jens Castrop. Nach einer beeindruckenden Leistung stellt sich die Frage, ob er in dieser Saison endgültig durchstarten kann.
Am Ende war Jens Castrop der unbestrittene Derby-Held für Borussia Mönchengladbach. Der linke Schienenspieler lieferte beim 3:3 in Köln eine herausragende Partie ab, die mit der Note 1 vom kicker honoriert wurde – ein Zeichen für seine exzellente Leistung. Ein Doppelpack und ein Assist sicherten ihm die bestmögliche Bewertung.
Der fünfmalige Nationalspieler Südkoreas verdiente sich diese Auszeichnung durch eine starke Leistung, bei der er rund 50 Prozent seiner Ballaktionen in der gegnerischen Hälfte hatte. Er setzte sich in drei seiner vier Dribblings durch und ließ Cenny Neumann, der sein Startelfdebüt gab, alt aussehen. Der 19-jährige Eigengewächs des Effzeh war sichtlich überfordert.
Castrop agierte in dieser bisher wohl besten Partie seiner Karriere druckvoll und durchsetzungsstark. Der 22-Jährige, der im vergangenen Sommer für 4,5 Millionen Euro vom 1. FC Nürnberg zu Gladbach wechselte, könnte nun endgültig den Durchbruch schaffen. Christian Straßburger, Kommentator bei Sky, RLT und Magenta, verfolgt die Entwicklungen bei Borussia Mönchengladbach genau.
In der wöchentlichen Fußballsendung „Absolut Klartext“ äußerte er: „Castrop war ein Transfer von Roland Virkus. Dafür kann man ihm nur danken. Er blieb hartnäckig dran, trotz des Interesses vieler anderer Klubs.“ Castrop wechselte 2023 für 900.000 Euro vom Effzeh ins Frankenland und traf ausgerechnet in diesem Spiel auf seinen ehemaligen Klub.
In Gladbach findet sich der gelernte zentrale Mittelfeldspieler zunehmend auf der linken Außenbahn zurecht. Straßburger blickte jedoch bereits in die Zukunft: „Castrop ist ein Spieler für das Herzstück. Wenn Rocco Reitz nach Leipzig wechselt, könnte er ins Zentrum rücken. Castrop hat die Ausdauer und kann Torgefahr erzeugen.“
Darüber hinaus ist Gladbach auf Transfererlöse angewiesen. Manager Rouven Schröder kennt die Erwartungen genau. Castrop, der bis 2029 gebunden ist, könnte seinen Marktwert in den kommenden Jahren erheblich steigern. Diese Denkweise ist zwar nicht bei allen Fußball-Romantikern beliebt, doch die Borussia benötigt solche Geschichten.
Reitz könnte einen Sockelbetrag von 20 Millionen Euro einbringen, während die Gladbacher bei Joe Scally auf eine Summe von acht bis zehn Millionen Euro hoffen. Wie realistisch das bei einem Jahr Restvertrag ist, wird auch die kommende Weltmeisterschaft zeigen. Bisher steht Castrop nicht auf der Verkaufsliste, doch mit Leistungen wie in Köln könnte sich das in der schnelllebigen Fußballwelt rasch ändern.