Jesper Lindström: Vom Europa-League-Sieger zum Abstieg mit Wolfsburg
Der ehemalige Eintracht-Profi Jesper Lindström befindet sich nach seinem Abschied von der SGE in einem freien Fall und hat nun mit dem VfL Wolfsburg den Abstieg in die 2. Bundesliga erlebt.
Wolfsburg – Jesper Lindström, der dänische Flügelflitzer, gehörte in seinen besten Zeiten bei Eintracht Frankfurt zu den aufregendsten Offensivspielern der Bundesliga. Mit den Hessen gewann er 2022 die UEFA Europa League – ein Triumph, der ihn über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt machte. Doch nach diesem Erfolg folgte kein weiterer Aufstieg, sondern ein schmerzhafter Absturz, der nun mit dem Abstieg des VfL Wolfsburg seinen vorläufigen Tiefpunkt erreicht hat.
Nach dem historischen Erfolg mit Eintracht Frankfurt wechselte Lindström im Sommer 2023 für rund 30 Millionen Euro zum damaligen italienischen Meister SSC Neapel – ein vermeintlich großer Schritt in die Fußball-Elite. Doch dieser Schritt erwies sich schnell als Irrweg. In Neapel fand der Däne nie richtig Fuß, absolvierte in der Saison 2023/24 lediglich 22 Ligaeinsätze ohne eine einzige Torbeteiligung und konnte in einem enttäuschenden Team, das auf Rang zehn landete, keinerlei Akzente setzen.
Von dem Spieler, der Frankfurt mit seiner Kreativität und Geschwindigkeit in Trance versetzt hatte, war kaum etwas übrig. In der Hoffnung, anderswo wieder in die Spur zu finden, wurde Lindström in der Saison 2024/25 an den FC Everton in die Premier League verliehen. Doch auch auf der Insel blieb der erhoffte Neustart aus.
Im Sommer 2025 sollte ein weiterer Neuanfang her. Der VfL Wolfsburg lieh Lindström für die Saison 2025/26 aus Neapel aus, inklusive Kaufoption. Doch auch diese Rechnung ging nicht auf. In 13 Einsätzen für den VfL blieb Lindström erneut ohne Tor und ohne Vorlage, wie das Spielerprofil auf bundesliga.com zeigt. Das bittere Ende folgte in der Relegation gegen den SC Paderborn: Lindström vergab in den letzten Sekunden der Verlängerung die letzte große Chance auf den Ausgleich, und Wolfsburg stieg ab.
Für Lindström persönlich bedeutet das mehr als nur eine sportliche Niederlage. Es ist das Symbol für einen freien Fall, der mit dem Abschied von Eintracht Frankfurt begann und seitdem nicht aufgehört hat. Verein für Verein, Liga für Liga – überall dasselbe Bild: ein Spieler, der versucht, an vergangene Glanzzeiten anzuknüpfen, und doch immer wieder scheitert. Die Leihe in Wolfsburg läuft zum 30. Juni 2026 aus. Wohin die Reise des 26-Jährigen als Nächstes geht, ist ungewiss – bei seinem Stammklub Neapel scheint er jedoch keine Zukunft zu haben.