Joachim Klement: Mathematik hinter den WM-Prognosen
Joachim Klement hat die Weltmeisterschaften von 2014, 2018 und 2022 korrekt vorhergesagt. Sein Modell zur Berechnung der WM-Chancen basiert auf Faktoren wie Bevölkerung, Wirtschaftskraft, Klima und der FIFA-Rangliste.
In der WM 2010 erlangte der Tintenfisch Paul Berühmtheit, als er mehrere Spielergebnisse und den späteren Weltmeister korrekt vorhersagte. Sechzehn Jahre später sorgt nun Joachim Klement für ähnliche Schlagzeilen – jedoch nicht mit Muscheln, sondern mit mathematischen Analysen. Für die WM 2026 prophezeit sein Modell die Niederlande als zukünftigen Weltmeister. In einem Interview mit der tz erläutert Klement, warum er glaubt, dass seine Erfolge auf Glück basieren, und warum er selbst von der Genauigkeit seiner Prognosen überrascht ist.
„Ich bewerte jedes Team in einem ökonomischen Modell nach einem Stärkeranking. Die Stärke eines Landes wird durch verschiedene Faktoren bestimmt: die Bevölkerung (wie groß ist der Talentepool?), das Bruttoinlandsprodukt (verfügt ein Land über genügend Mittel, um eine gute Infrastruktur und Talentförderung zu gewährleisten?), das Klima (kann man das ganze Jahr über Fußball spielen?) und die aktuelle FIFA-Weltrangliste. Diese Faktoren erklären jedoch nur die Hälfte der Ergebnisse bei einer WM. Die andere Hälfte hängt von Glück, der Tagesform und anderen unvorhersehbaren Faktoren ab“, erklärt Klement.
Interview: Johannes Ohr