Jobe Bellingham: Ein neuer Weg beim BVB
Der Name Bellingham ist beim BVB zurück! Neuzugang Jobe Bellingham möchte jedoch viele Dinge anders angehen als sein Bruder Jude, der intern auch für Kontroversen sorgte.
Dortmund/Saalfelden – Jobe Bellingham, der bislang einzige namhafte Neuzugang bei Borussia Dortmund, zieht besondere Aufmerksamkeit auf sich. Dies ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass sein Bruder Jude beim BVB zum Star aufstieg, für über 100 Millionen Euro zu Real Madrid wechselte und heute zu den besten Fußballern der Welt zählt. Der ständige Vergleich hätte beinahe seinen Wechsel zu Dortmund verhindert.
Jobe, der vom Premier-League-Aufsteiger AFC Sunderland kommt, grenzt sich jedoch deutlich von seinem Bruder ab. Obwohl sie sich ähnlich sehen, ist Jobe physisch eine beeindruckendere Erscheinung als Jude zu Beginn seiner Zeit beim BVB. Auch in seinen Äußerungen wird klar, dass Jobe mehr als nur eine Kopie seines Bruders ist.
Jude Bellingham entwickelte sich schnell vom Talent zum Star und liebte es, mit den Fans zu interagieren. Am Ende seiner Zeit in Dortmund stellte er sich manchmal allein vor die Südtribüne, um den Applaus der Menge zu genießen, und er kritisierte seine Mitspieler, wenn Pässe nicht präzise genug waren – in der Kabine sorgte er gelegentlich für Spannungen.
Einige Teamkollegen sollen erleichtert gewesen sein, als Jude den BVB verließ, nachdem ihm eine „One-Man-Show“ vorgeworfen wurde. Jobe hingegen scheint, gemessen an seinem Auftritt bei einer Medienrunde im Trainingslager in Saalfelden (Österreich), nicht in Gefahr zu laufen, in ähnlicher Weise beurteilt zu werden.
„Ich möchte neben dem Platz nicht im Mittelpunkt stehen, weshalb ich bei Interviews immer etwas nervös bin“, gestand der Jungprofi ehrlich. „Dortmund ist kein Klub, zu dem man kommt, um ein Superstar zu sein. Ich möchte kein Superstar sein, sondern auf dem Platz wie eine Maschine agieren.“ Diese Haltung deutet auf eine Kultur der Leistung und nicht des Personenkults hin.
Natürlich war auch Jude Bellinghams Leistung bei Borussia Dortmund beeindruckend, was ihn in den individuellen Fokus rückte. Sein jüngerer Bruder scheint jedoch nicht aktiv nach dieser Aufmerksamkeit zu streben. Zunächst liegt der Fokus darauf, sich einzugewöhnen. „Ich versuche, mich mit Menschen zu umgeben, von denen ich lernen kann, insbesondere von Pascal“, erklärte Jobe seine Herangehensweise.
Die Tatsache, dass er Pascal Groß, den stillen Leader des BVB, als ersten Mentor nennt, spricht Bände. Jobe Bellinghams Aussagen lassen erahnen, welchen Einfluss Cheftrainer Niko Kovač auf seine Entscheidung hatte, trotz der ständigen Vergleiche mit seinem Bruder nach Dortmund zu wechseln.
„Er möchte intensiven Fußball spielen, auch im Training, und das passt zu dem, was ich glaube und wie ich mich sehe. Er ist streng, leidenschaftlich und versteht das Spiel aufgrund seiner Erfahrung sehr gut. Ich hatte das Gefühl, dass er die beste Person ist, um meine Zukunft in seine Hände zu legen“, sagte Bellingham.
Bemerkenswert ist auch, wie er mit den Erwartungen beim BVB umgeht. Anstatt sich hinter Floskeln zu verstecken, spricht er Klartext: „Ich denke, Titel sollten das Ziel jedes Spielers sein, der zu einem Verein mit so viel Fanliebe kommt. Warum sollte man nicht zu einem Verein wie diesem kommen und Großes erreichen wollen?“, fragt er rhetorisch.
In dieser Hinsicht hilft es, dass Jobe den Klub aus nächster Nähe erlebt hat, als Jude in Dortmund spielte. „Es ist ein Verein, der in den letzten Jahren von den großen Momenten, die er verdient, beraubt wurde – sei es in der Champions League oder beim Unentschieden gegen Mainz. Ich war im Stadion und weiß, was die Fans denken und fühlen.“
Dass ein 19-Jähriger dieses Thema gleichzeitig selbstbewusst und sensibel ansprechen kann, ist bemerkenswert. Es zeigt, wie professionell die Familie Bellingham den talentierten Spross vorbereitet hat. „Ich möchte einer der besten Mittelfeldspieler in Europa werden“, sagte Jobe Bellingham, nicht lautstark, sondern mit Überzeugung. „Ich möchte mein gesamtes Spiel verbessern und meine Stärken zu Super-Stärken ausbauen.“