Jonas Urbig: Ein Kandidat für den deutschen WM-Kader 2026
Bayern-Keeper Jonas Urbig hat berechtigte Hoffnungen auf einen Platz im deutschen WM-Kader. Doch wie schneidet er statistisch gegen seine Konkurrenten ab?
München – Am 12. Mai wird Bundestrainer Julian Nagelsmann den Kader für die WM 2026 bekanntgeben. In der Torhüterposition scheint, abgesehen von einer möglichen Rückkehr von Manuel Neuer, vieles bereits geklärt: Oliver Baumann ist als Nummer eins gesetzt, gefolgt von Alexander Nübel als Nummer zwei. Hinter diesen beiden ist der Kampf um den dritten Platz jedoch noch offen, und Bayerns Jonas Urbig gehört zu den vielversprechendsten Kandidaten.
Der 22-Jährige hat in dieser Saison mehrfach als Vertretung für Stammtorwart Manuel Neuer gespielt, sowohl aufgrund von Verletzungen als auch um Urbig die Möglichkeit zu geben, wertvolle Spielpraxis zu sammeln. Dabei hat er sich für eine WM-Nominierung empfohlen. Doch wie schneidet er statistisch im Vergleich zu seinen Mitbewerbern um die Nummer drei im deutschen Tor ab?
In neun Bundesligaspielen (Stand: 16. April) kassierte Urbig lediglich 0,88 Gegentore pro 90 Minuten – ein herausragender Wert, den nur Janis Blaswich (0,86) unter den 16 deutschen Torhütern in den Top-5-Ligen Europas übertrifft. Zudem hielt Urbig in 44 Prozent seiner Einsätze die Null – Bestwert im gesamten Vergleich!
Allerdings ist die Aussagekraft dieser Zahlen begrenzt. Neun Einsätze sind deutlich weniger als die seiner Konkurrenten. Zum Vergleich: Alexander Nübel (VfB Stuttgart) hat 29 Spiele absolviert, ebenso wie Moritz Nicolas von Borussia Mönchengladbach und Oliver Baumann. Zudem wird Urbig hinter der Bayern-Abwehr seltener geprüft; mit nur 1,8 Paraden pro 90 Minuten liegt er auf dem vorletzten Platz – lediglich Neuer (1,6) wird noch weniger gefordert. Dies ist ein Beleg für die starke Defensive des Rekordmeisters, die ligaweit die wenigsten Gegentore zugelassen hat.
Auch bei den verhinderten Gegentoren, also Toren, die ein Keeper mehr oder weniger hält, als statistisch zu erwarten wäre, schneidet Urbig mit 1,7 solide, jedoch nicht überragend ab. Nübel (8,1) und Nicolas (7,0) liegen hier deutlich vorne. Die geringe Anzahl an Einsätzen und die Qualität der Gegner erschweren es, Urbigs wahres Niveau in dieser Kategorie einzuordnen. Auffällig bleibt jedoch, dass er in den Spielen, in denen er spielte, häufiger die Null hielt als die meisten seiner Konkurrenten.
Dass sich Urbig mit seinen Leistungen ins Blickfeld von Bundestrainer Nagelsmann gespielt hat, zeigte sich in seiner Nominierung für die Testspiele im März. Der Bayern-Youngster wurde als Nummer drei hinter Baumann und Nübel berufen, musste jedoch verletzungsbedingt passen, woraufhin der Augsburger Finn Dahmen seinen Platz einnahm. Neben Urbig und Dahmen gelten auch Blaswich und Nicolas weiterhin als potenzielle Kandidaten.
Die Daten zeigen: Urbig überzeugt in den Spielen, die er bekommt – auch wenn die kleine Stichprobe zur Vorsicht mahnt. Sein größter Trumpf ist jedoch nicht allein die Statistik: Als einziger Keeper im Vergleich trägt er das Bayern-Gütesiegel, hat eine DFB-Nominierung und mit 22 Jahren die Perspektive für die Zukunft. Die Chancen auf das WM-Ticket stehen also gut.