Jonas Urbig trägt die Rückennummer 1 bei DFB-Tests vor der WM
Obwohl Jonas Urbig nicht zum offiziellen WM-Kader gehört, trägt der Torhüter des FC Bayern in den letzten Tests der deutschen Nationalmannschaft die prestigeträchtige Rückennummer 1 – und das aus einem besonderen Grund.
Die Rückennummer 1 ist traditionell dem Stammtorhüter der deutschen Nationalmannschaft vorbehalten, und in diesem Jahr ist das erneut Manuel Neuer. In den beiden letzten Testspielen vor der Weltmeisterschaft war sie jedoch auf einem anderen Trikot zu sehen.
Jonas Urbig, der als dritter Torwart in den USA mit der Nationalmannschaft trainiert, trug sowohl im Spiel gegen Finnland als auch gegen die USA die Nummer 1, obwohl er offiziell nicht zum WM-Kader gehört. Der 22-Jährige rückte während der WM-Vorbereitung aufgrund von Neuers Wadenproblemen in den erweiterten Kader auf.
So erlebte Urbig bereits beim 4:0-Sieg gegen Finnland eine besondere Premiere, als er zum ersten Mal auf der Ersatzbank eines A-Länderspiels saß. Auch bei der Generalprobe gegen die USA gehörte er erneut zum Spieltagsaufgebot von Bundestrainer Julian Nagelsmann. Der Grund, warum Urbig die Nummer 1 erhielt und nicht die nominierten Torhüter Oliver Baumann oder Alexander Nübel, ist einfach: Die beiden Ersatzkeeper trugen bereits ihre festen WM-Rückennummern, Baumann die 12 und Nübel die 21. Da Neuer weiterhin ausfiel, wurde dessen Nummer vorübergehend an Urbig vergeben.
Dies ändert jedoch nichts an Neuers Status als Nummer eins. Der Kapitän soll idealerweise rechtzeitig zum WM-Auftakt gegen Curaçao am 14. Juni wieder einsatzbereit sein. „Er wird im ersten Gruppenspiel topfit sein und in der nächsten Woche auch ins Mannschaftstraining einsteigen“, hatte Nagelsmann noch vor dem USA-Spiel versichert. Sollte alles nach Plan verlaufen, wird Neuer beim Turnierstart wieder mit seiner gewohnten Rückennummer 1 zwischen den Pfosten stehen. Für Urbig bleibt die Hoffnung auf einen Einsatz bei der Weltmeisterschaft ohnehin gering.
Laut FIFA-Regularien wäre eine Nachnominierung während des Turniers nur möglich, wenn einer der Torhüter aufgrund einer schweren Verletzung oder Erkrankung ausfällt. Bei Feldspielern sind Änderungen im Aufgebot lediglich bis 24 Stunden vor dem ersten WM-Spiel erlaubt. Von dieser Regel profitierte zuletzt Assan Ouédraogo, der nach der Verletzung von Lennart Karl kurzfristig nachrückte und dessen Rückennummer 25 übernehmen musste.
Kuriose Nummerngeschichten haben beim DFB Tradition. Besonders in Erinnerung geblieben ist Jens Lehmann, der sich 2005 im Kampf um den Stammplatz im Tor gegen Oliver Kahn geschlagen geben musste. Weil er sich nicht als klassische „Nummer zwei“ verstand, entschied sich der damalige Nationalkeeper kurzerhand für die Rückennummer 9 – ein ungewöhnlicher Anblick, der bis heute zu den kuriosesten Episoden der DFB-Geschichte zählt.