Jonathan Burkardt: Eintracht Frankfurts Torjäger der Stunde

Jonathan Burkardt: Eintracht Frankfurts Torjäger der Stunde

Jonathan Burkardt überzeugt bei Eintracht Frankfurt mit zahlreichen Toren. Dabei zeigt sich jedoch, dass er nicht einfach eine Kopie von Hugo Ekitiké oder Omar Marmoush ist.

Frankfurt – Eintracht Frankfurt war bereit, insgesamt 23 Millionen Euro für Jonathan Burkardt an den FSV Mainz 05 zu zahlen. Ein halbes Jahr später lässt sich zweifellos festhalten: Sportvorstand Markus Krösche hat einen Glücksgriff gelandet – und das zu einem Schnäppchenpreis. Stürmer mit einer derartigen Bilanz sind oft das Mehrfache wert.

Burkardt ist derzeit die Lebensversicherung von Trainer Dino Toppmöller. Beim 4:3-Sieg in Köln erzielte er bereits seinen vierten Doppelpack in 16 Pflichtspielen für die Hessen. Besonders beeindruckend war sein dritter Treffer gegen den Effzeh. Burkardt verlagerte das Spiel auf Ritsu Doan, der geschickt verzögerte, dann mit Tempo am Gegenspieler vorbeiging und präzise in die Mitte passte.

Und wer tauchte dort erneut auf und traf? Burkardt! Der Nationalspieler zeigte einen herausragenden Laufweg und war für die Abwehrspieler nicht zu stoppen. Am Ende der Partie hätte er sogar vier Tore erzielen können, vergab jedoch zweimal im ersten Durchgang. Ohne Jonathan „Jonny“ Burkardt wird es im Sturm der Eintracht eng.

Michy Batshuayi wurde von dem eigentlich schon abgeschriebenen Jessic Ngankam verpflichtet. Nach einer weiteren schwachen Leistung droht auch Elye Wahi der Abstieg in der Hierarchie. Krösche steht im Winter vor der Herausforderung, den Angriff rund um Burkardt neu zu formieren. Es wäre fahrlässig, die gesamte Verantwortung allein auf seine breiten Schultern zu legen.

Um Burkardt besser in Szene zu setzen, musste Toppmöller einige Anpassungen vornehmen. In einem Interview mit dem kicker erklärte er: „In der vergangenen Saison verteidigten wir bewusst tiefer, da Omar Marmoush und Hugo Ekitiké mit ihrem Tempo am stärksten waren, wenn sie Räume vor sich hatten. Mit Jonathan Burkardt und Ritsu Doan haben wir unser Spiel etwas umgestellt.“

Die Hessen setzen nun auf hohe Ballgewinne, um ihre Umschaltmomente zu nutzen. Dies zeigt sich auch in der Anzahl der Kontertore. In der letzten Saison erzielten sie ligaweit die meisten Kontertore mit 13. In dieser Saison hat es bislang nur einmal nach einem Konter geklingelt. „Jonny hat andere Stärken. Er kann den Ball besser festmachen und ablegen, während das Spiel in der letzten Saison direkter war“, führte Toppmöller weiter aus.

Der Eintracht-Trainer stellte weitere Unterschiede zwischen Burkardt und dem Duo „Hugomar“ fest, das zu Liverpool und Manchester abgewandert ist: „Jonny ist ein Stürmertyp, der auch von seinen Mitspielern lebt. Ekitiké und Marmoush benötigten durch ihre außergewöhnliche Geschwindigkeit nicht unbedingt jemanden zum Kombinieren, sie liefen einfach allen davon.“

Burkardt erreicht in dieser Saison eine Höchstgeschwindigkeit von 33,5 km/h. Ekitiké (35,5 km/h) und Marmoush (35,3 km/h) lagen in dieser Hinsicht auf einem anderen Niveau. Burkardt ist daher auf Flanken und Pässe seiner Mitspieler angewiesen: „Dann kann er seine hohe Qualität vor dem Tor am besten ausspielen.“

Aus Sicht der Hessen hat der gebürtige Darmstädter bislang auch physisch durchgehalten. Burkardt verpasste aufgrund leichter Rückenprobleme nur das Spiel am zweiten Spieltag in Hoffenheim (3:1). Toppmöller ließ ihn wettbewerbsübergreifend zwar nur in vier Partien durchspielen. Diese Maßnahmen zeigen jedoch Wirkung. Burkardt ist frisch, agil, konzentriert und torgefährlich.

Genau diese Mischung benötigen die Hessen, um ihre ehrgeizigen Ziele zu erreichen. Eintracht träumt von einer erneuten Teilnahme an der Champions League und strebt an, in diesem Wettbewerb die Playoffs zu erreichen. Vieles hängt von Burkardt ab. Er kann mit Druck umgehen und liefert ab – wenngleich in einem anderen Stil als das bei den Fans so beliebte Duo „Hugomar“.

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