Joshua Kimmichs Zweikampfverhalten in der Champions League unter der Lupe

Joshua Kimmichs Zweikampfverhalten in der Champions League unter der Lupe

In dem aufregenden 4:5 des FC Bayern gegen Paris Saint-Germain zeigte Joshua Kimmich unerwartete Schwächen in seinem Zweikampfverhalten. Die Statistiken belegen sogar einen Saison-Tiefstwert.

München/Paris – Neun Tore, ein historischer Abend und ein Ergebnis, das alle Möglichkeiten für das Rückspiel offenlässt: Das 4:5 des FC Bayern im Halbfinal-Hinspiel der Champions League gegen Paris Saint-Germain war Fußball auf höchstem Niveau. Hinter dem spektakulären Comeback der Münchner, die zwischenzeitlich mit 2:5 zurücklagen, verbirgt sich jedoch ein Schwachpunkt, der Anlass zur Besorgnis gibt.

Joshua Kimmich, der für seine Leistung die Note 3 erhielt, ist Bayerns Mittelfeld-Anker und einer der bedeutendsten Führungsspieler im Team von Vincent Kompany. Er erlebte einen Abend, den er in Bezug auf Zweikämpfe schnell vergessen möchte. Von sieben geführten Zweikämpfen gewann der Nationalspieler lediglich zwei, was einer Quote von mageren 28,6 Prozent entspricht. Dies war der schwächste Wert aller eingesetzten Bayern-Spieler an diesem Abend.

Im Vergleich dazu gewann Jonathan Tah beide seiner Zweikämpfe (100 Prozent), während Luis Díaz eine beeindruckende Quote von 80 Prozent (12 von 15) erreichte. Selbst die offensiven Spieler wie Harry Kane (66,7 Prozent) oder Jamal Musiala (66,7 Prozent bei 15 Zweikämpfen) schnitten in dieser Kategorie deutlich besser ab. Nur die PSG-Spieler João Neves (26,7 Prozent) und Ousmane Dembélé (25,0 Prozent) hatten noch schlechtere Werte.

Diese Zahlen zeichnen ein besorgniserregendes Bild: In der gesamten Pflichtspielsaison gab es kein einziges Spiel, in dem Kimmich bei mindestens fünf Zweikämpfen eine schwächere Quote erzielte als in Paris. Dreimal erreichte er zwar ebenfalls 28,6 Prozent, aber diesen Wert hat er nie unterschritten.

Normalerweise glänzt Kimmich gerade in dieser Disziplin. In der laufenden Champions-League-Saison lag seine durchschnittliche Zweikampfquote vor dem Spiel gegen PSG bei 68,4 Prozent. In der Bundesliga kommt er immerhin auf 53,7 Prozent. Der Wert in Paris liegt somit deutlich unter seinem gewohnten Niveau.

Dennoch ist es wichtig, die schwache Quote im Kontext des Spiels zu betrachten. Die extrem schnelle Partie fand hauptsächlich auf den Flügeln statt, wodurch Kimmich nicht so viele Spielanteile hatte wie gewohnt. Zudem führte kein verlorener Zweikampf direkt zu einem Gegentor. Stattdessen bereitete der 31-Jährige mit einem starken Freistoß das dritte Münchner Tor durch Dayot Upamecano vor und absolvierte viele wichtige Meter und Sprints.

Obwohl die schwache Zweikampfquote bemerkenswert ist, fällt sie angesichts der Gesamtleistung nicht übermäßig ins Gewicht. Allerdings könnte sie ein wichtiger Hinweis für das Rückspiel sein. In der heimischen Allianz Arena müssen die Münchner am kommenden Mittwoch (6. Mai) vor allem defensiv ein anderes Gesicht zeigen, wofür eine bessere Zweikampfquote von entscheidender Bedeutung sein wird.

Topics

Related news