Jude Bellingham: Hoffnungsträger für Englands WM-Mission 2026

Jude Bellingham: Hoffnungsträger für Englands WM-Mission 2026

Jude Bellingham ist ein zentraler Hoffnungsträger für Englands Titelambitionen bei der WM 2026. Berichten zufolge sind die Spannungen mit Thomas Tuchel mittlerweile ausgeräumt.

New York – Der Times Square mag nicht der schönste, aber sicherlich der bunteste Hotspot in New York sein. Überall blitzen Lichter und Reklamen, und neuerdings strahlen Fußballtrikots aus aller Welt. Der berühmte Platz hat sich während der WM 2026 in eine inoffizielle Fanzone der Stadt verwandelt. Besonders auffällig ist die Werbung, die abwechselnd für Lionel Messi und Jude Bellingham wirbt.

Zwei Generationen, ein gemeinsames Ziel: Weltmeisterschaft. Der Argentinier hat nicht nur 18 Jahre mehr Lebenszeit, sondern auch den Titel, den der Engländer noch anstrebt. Beide sind Teil der „Backyard Legends“-Kampagne des FIFA-Partners Adidas. Auch Lamine Yamal, Zinedine Zidane, David Beckham und Alessandro Del Piero erscheinen in einem kurzen Film des deutschen Ausrüsters, der mit Klischees des Straßenfußballs spielt.

Als Englands Führungsspieler hinter dem unangefochtenen Kapitän Harry Kane wird Bellingham als äußerst besonnen dargestellt, was seinem Charakter durchaus entspricht. Bereits während seiner Zeit bei Borussia Dortmund, wo er mit nur 17 Jahren aus Stourbridge in den Midlands wechselte, fiel seine Zielstrebigkeit auf. Vor drei Jahren wechselte der Mittelfeldspieler für rund 100 Millionen Euro zu Real Madrid.

In dieser Saison blieben die Königlichen ohne Titel, und Bellingham, der von zwei langen Verletzungen betroffen war, galt als das personifizierte Gesicht der Krise. In Madrid gibt es nicht nur positive Stimmen über die Tatsache, dass der 22-Jährige bereits eine eigene App betreibt. Auf „JB5“ können Fans exklusive Einblicke in das Leben des Superstars erhalten, der in der Nationalmannschaft die Rückennummer 10 und beim Verein die Nummer 5 trägt. Dies erinnert ein wenig an den Kult um „CR7“, mit dem Cristiano Ronaldo die Eigenvermarktung perfektionierte.

Bei Bellingham schien es weniger um Eitelkeit, sondern eher um Ehrgeiz zu gehen. So schilderte es auch Thomas Tuchel, der nach einem misslungenen Testspiel gegen Senegal vor einem Jahr sagte: „Wenn Jude lächelt, gewinnt er alle für sich. Aber manchmal sieht man auch die Wut, den Hunger und das Feuer – und das äußert sich manchmal auf eine Weise, die für manche, wie meine Mutter, vor dem Fernseher abstoßend wirken kann.“ Diese Bemerkung bezog sich auf einen Wutanfall in Spanien.

Tuchel verwendete das Adjektiv „abstoßend“, und obwohl er sich später aufrichtig entschuldigte, sorgte seine Wortwahl für großes Aufsehen in England. Inzwischen scheint jedoch die Welle der Empörung abgeebbt zu sein. Der Trainer hebt hervor, wie wichtig ein Spieler ist, der eine gewisse Schärfe mitbringt, „die notwendig ist, wenn wir Großes erreichen wollen“. Besonders auffällig ist, dass Bellingham unter dem 52-Jährigen eine deutlich offensivere Rolle einnimmt, um häufiger in Abschlusspositionen zu gelangen.

Für den 50-fachen Nationalspieler bleibt der Weg zur WM in Nordamerika jedoch schmal. Wer sich die beiden Auftritte der „Three Lions“ ansieht, erkennt sowohl Licht als auch Schatten. Bellingham war die Hauptfigur beim 3:2-Sieg in einem packenden Spiel gegen Kroatien (4:2), während er beim torlosen Remis gegen Ghana (0:0) eher im Hintergrund agierte. „Kein Stress, kein Drama. Meine Botschaft an alle ist, positiv zu bleiben und die gute Euphorie aufrechtzuerhalten. Es ist nicht das Ende der Welt. Wir haben vier Punkte und sind in einer guten Position“, betonte Bellingham.

Es besteht kein Zweifel, dass im letzten Gruppenspiel gegen den krassen Außenseiter Panama in New Jersey (Samstag, 23 Uhr MESZ/Magenta TV) nichts schiefgehen sollte. Wenn man Gruppenerster wird, wartet im Sechzehntelfinale in Atlanta (Mittwoch, 18 Uhr MESZ) ein Dritter. Dazwischen könnte man auch den 23. Geburtstag eines Spielers feiern, der laut Tuchel „die Druckspiele liebt“.

Das alles klingt vielversprechend für das Mutterland des Fußballs, wo der Traum vom zweiten WM-Titel seit 1966 immer wieder auflebt. Entscheidend wird sein, welchen Beitrag Bellingham noch leisten kann. Messi hat es vor vier Jahren in Katar vorgemacht.

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