Julian Nagelsmann äußert sich zu Leroy Sané und dessen Rolle in der Nationalmannschaft
Julian Nagelsmann, der in der Nationalmannschaft umstrittene Trainer, sorgt mit seinen aktuellen Äußerungen über Leroy Sané für Aufsehen.
Nach seinem Wechsel zu Galatasaray Istanbul hatte Nagelsmann Sané in seinen beiden letzten Kadern nicht berücksichtigt. Für die bevorstehenden Länderspiele und die Weltmeisterschaft im Sommer plant der Bundestrainer jedoch offenbar mit dem talentierten Spieler. In einem Interview mit dem Kicker betonte Nagelsmann: „Wir haben von seinem Profil nicht viele Spieler, die oft ins Zentrum gehen vom rechten Flügel.“ Dies deutet auf eine mögliche WM-Teilnahme für Sané hin.
„Wenn die Gesundheit mitspielt, kann er für uns ein ganz wichtiger Spieler sein“, fügte Nagelsmann hinzu. Nach seinem Abgang von Bayern München im vergangenen Sommer hatte der 38-Jährige klargestellt, dass Sané in der schwächeren Süper Lig deutlich mehr zeigen müsse als zuvor in der Bundesliga. Nach zwei Nominierungsabsagen kehrte der Ex-Bayern-Star im November zurück und überzeugte mit starken Leistungen.
In einem 6:0-Sieg gegen die Slowakei erzielte Sané zwei Tore und bereitete zwei weitere vor. Obwohl seine Leistungen bei Galatasaray bislang nicht durchgängig überzeugend waren, scheinen sie ausgereicht zu haben, um Nagelsmann zufriedenzustellen. „Er hat keine Monsterquote, aber er macht es sehr ordentlich“, analysierte der Bundestrainer. Tatsächlich ist seine Bilanz von sechs Toren und acht Vorlagen für einen Spieler seiner Qualität ausbaufähig.
Nagelsmann betonte jedoch, dass seine gesteigerte Bereitschaft zur Defensivarbeit und sein Trainingsfleiß wichtiger seien als die reinen Zahlen. „Ich habe meinen einen oder anderen Spitzel und weiß, wie er bei Gala trainiert, es ist alles gut“, erklärte er. Gleichzeitig ist sich der DFB-Trainer bewusst: „Leroy könnte noch mehr Tore und Vorlagen liefern, aber das gilt ja für sehr viele Offensivspieler von uns aktuell.“
Ein wenig Kritik äußerte der frühere Bayern-Coach dennoch: „So ehrlich sind wir: Wir wissen bei ihm nie zu 100 Prozent, was am Ende auf den Platz kommt.“ Sané wird seit Jahren fehlende Konstanz und Lustlosigkeit vorgeworfen. Abschließend nahm Nagelsmann Bezug auf seine öffentliche Aussage zu Sané im November.
Damals hatte er betont, dass seine Nominierung „auch profilgeschuldet“ sei. „Wenn wir auf der Position sechs, sieben Spieler hätten, wäre es deutlich schwieriger für ihn. Leroy weiß, was gefragt ist. Er weiß, dass es nicht mehr unzählige Chancen für ihn unter meiner Führung in der Nationalmannschaft gibt, um sich zu beweisen.“ Heute ordnet er seine damals kontroversen Aussagen ein.
„Meine Worte an Leroy waren nicht böse gemeint. Ich hatte jedoch im Vorfeld mit ihm besprochen, dass ich es auch einmal öffentlich thematisieren werde, dass er bei uns keinen Freifahrtschein hat. Manchmal mache ich mir keine so großen Gedanken im Vorfeld, sondern antworte auf Fragen, was ich gerade denke. Dann gibt es Dinge, die höhere Wellen schlagen“, so Nagelsmann.