Julian Nagelsmann überrascht mit Nominierung von Anton Stach für DFB-Kader
Die Geheimnisse um den DFB-Kader sind gelüftet: Besonders die Nominierung von Anton Stach hat Bundestrainer Julian Nagelsmann überrascht. In einer Pressekonferenz erläuterte er seine Entscheidungen für die bevorstehenden Länderspiele gegen die Schweiz am 27. März und Ghana am 30. März.
In Frankfurt sorgte die Nominierung von Stach für Aufsehen, während die Namen Lennart Karl, Jonas Urbig und Josha Vagnoman eher erwartet wurden. Viele hatten nicht damit gerechnet, dass Stach, der lange Zeit als chancenlos galt, einen Platz im DFB-Team erhalten würde.
Zuletzt hatte Nagelsmann Stach öffentlich als wenig aussichtsreich eingestuft. Er äußerte sich kritisch über dessen Fähigkeiten: „Er macht es gut bei Leeds United, ist aber nicht enorm kopfballstark und auch kein Top-Zweikämpfer. Seine beste Position war in Hoffenheim in der zentralen Rolle der Dreierkette“, erklärte Nagelsmann und schloss eine Nominierung damit fast aus.
Stach selbst hatte bereits mit seiner Perspektive im DFB-Dress gehadert und den Glauben an ein Comeback aufgegeben. „Es gab bisher keine Kommunikation mit Nagelsmann, was ich ein wenig schade fand. Wenn es keine Kommunikation gibt, hat man das Gefühl, sehr weit von der Mannschaft entfernt zu sein“, äußerte der Mittelfeldspieler im Oktober 2025.
Doch zu seiner Überraschung nahm Nagelsmann in den vergangenen Tagen Kontakt zu Stach auf und informierte ihn über seine Nominierung, die erste seit fast vier Jahren. Unter Hansi Flick hatte der ehemalige Hoffenheim-Profi 2022 sein Debüt in der Nationalmannschaft gegeben, kam jedoch seit Nagelsmanns Amtsantritt im September 2023 nicht mehr zum Einsatz.
Nagelsmann begründete sein Umdenken mit der Rolle von Stach im Team: „Wir haben überlegt, einen Sechser mit einem anderen Profil mitzunehmen. Gerade wenn der Gegner körperlich stärker auftritt, kann es von Vorteil sein, einen Spieler von fast 1,90 Metern dabei zu haben“, erläuterte er auf der Pressekonferenz und stellte klar, dass er Stach bereits länger im Blick hatte.
„Stach war in den vorherigen Lehrgängen immer im Gespräch und ist ein Spieler, der noch nie die Chance hatte, sich bei uns zu zeigen. Mit Blick auf die WM könnte er eine wichtige Rolle spielen“, fügte Nagelsmann hinzu. Stach reagierte begeistert auf den Anruf des Bundestrainers: „Er hat sich extrem gefreut, am Telefon war er sehr euphorisch, und ich hoffe, dass er diese Euphorie in die nächste Woche mitnimmt“, so Nagelsmann.
Im vergangenen Sommer wechselte Stach für 20 Millionen Euro von TSG Hoffenheim zu Leeds United in die Premier League, wo er sich als unverzichtbarer Leistungsträger etabliert hat. In 28 Spielen erzielte er bereits vier Tore und bereitete drei weitere vor. Damit hat er sportlich genügend Argumente für seine Nominierung geliefert. Es bleibt abzuwarten, welche Pläne Nagelsmann mit ihm hat.