Julian Nagelsmann übt scharfe Kritik nach WM-Qualifikationsspiel gegen die Slowakei

Julian Nagelsmann übt scharfe Kritik nach WM-Qualifikationsspiel gegen die Slowakei

Bratislava – Nach der enttäuschenden Niederlage der deutschen Fußballnationalmannschaft im ersten WM-Qualifikationsspiel gegen die Slowakei, äußerte Nationaltrainer Julian Nagelsmann deutliche Kritik an seinen Spielern. Diese Niederlage wirft Fragen zum Selbstverständnis des deutschen Fußballs auf und verdeutlicht die Notwendigkeit einer grundlegenden Veränderung.

Die Art und Weise, wie die Niederlage zustande kam, verärgerte Nagelsmann mehr als das Ergebnis selbst. „Der Gegner war uns von der ersten bis zur letzten Minute überlegen, das ist Fakt“, begann er seine Analyse nach dem Spiel. Diese Analyse sollte jedoch noch tiefere Einsichten bieten.

„Wenn wir die letzten zehn Jahre betrachten, können wir nicht einfach anreisen und voller Selbstvertrauen sagen, dass wir alles mit 80 Prozent gewinnen“, fügte Nagelsmann hinzu. Damit sprach er ein zentrales Problem an: die fehlende Willenskraft und Emotionalität seiner hochveranlagten Mannschaft.

Dieses Phänomen ist nicht neu, wie Nagelsmann mit einem Verweis auf vergangene Turniere feststellte: „Das war in Katar nicht anders gegen kleinere Nationen, und auch bei der EM gegen Ungarn und Dänemark war es ähnlich. Wenn wir diese Emotionalität nicht aufbringen, können wir das Buch schließen.“

Eine Nachfrage von Journalistin Esther Sedlaczek über das verlorene Selbstverständnis zur eigenen Qualität brachte Nagelsmann auf den Punkt: „Qualität will ich nicht mehr hören. Es zählt, dass wir die Emotionen haben. Das ist entscheidend.“ Dabei wollte er nicht einzelne Spieler, wie den unglücklichen Debütanten Collins, hervorheben.

Wer dachte, Nagelsmann sei mit seiner Kritik am Ende, wurde enttäuscht. „Wie man an dem Kader sieht, haben wir die besten Spieler aus Deutschland ausgewählt. Aber vielleicht sollten wir weniger auf Qualität setzen und mehr auf Spieler, die alles geben. Das hätte heute zu einem besseren Ergebnis geführt“, erklärte er eindringlich.

Auf die Frage, ob er seinen gesamten Kader umstellen wolle, mäßigte Nagelsmann seine Kritik etwas. Er betonte, dass er „Vertrauen in die Mannschaft“ habe, jedoch eine radikale Änderung der Einstellung notwendig sei. „Es muss jedem klar sein, dass man mit angezogener Handbremse nur jedes dritte Duell gewinnt. Das reicht einfach nicht. Auf keinem Niveau reicht das.“

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