Julian Nagelsmanns Zukunft nach dem WM-Aus und die Klopp-Diskussion
Julian Nagelsmann steht nach dem frühen Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der WM unter Druck. Könnte Jürgen Klopp nun die Lösung für die Probleme des DFB sein? Hans-Joachim Watzke könnte in dieser Entscheidung eine entscheidende Rolle spielen.
In Foxborough erlebte man Bundestrainer Julian Nagelsmann selten sprachlos. Nach dem dramatischen Ausscheiden im Elfmeterschießen gegen Paraguay herrschte in der Kabine eine bedrückende Stille. „Julian hat nicht viel gesagt. Alle waren geschockt“, berichtete Nadiem Amiri.
Bei der anschließenden Pressekonferenz fand der 38-Jährige jedoch schnell wieder zu seiner Stimme. Es dauerte nicht lange, bis die Frage aufkam, ob er aus der Niederlage Konsequenzen ziehen würde. „Ich bin niemand, der wegläuft“, stellte der Nationaltrainer klar und fügte hinzu: „Ich stehe bereit, wenn der DFB das möchte.“ Sportdirektor Rudi Völler betonte unmittelbar nach dem Ausscheiden, dass er weiterhin von Nagelsmann überzeugt sei: „Ich glaube, dass er der Richtige ist.“
Allerdings hat Völler nicht das letzte Wort. Auch DFB-Präsident Bernd Neuendorf und Geschäftsführer Andreas Rettig sind in die Entscheidung eingebunden. „Die drei Herren haben Charakter und werden nicht zwischen Tür und Angel entscheiden“, meinte Nagelsmann in Bezug auf seine Zukunft. Neben diesem Trio werden auch Generalsekretär Dr. Holger Blask und Hans-Joachim Watzke, der als DFB-Vizepräsident im Hintergrund agiert, ihre Meinungen äußern. Es ist bekannt, dass Watzke beim Spiel gegen Paraguay im Stadion war.
Watzke könnte entscheidend sein, sollte der DFB ernsthaft an Jürgen Klopp interessiert sein. Die beiden verbindet eine enge Freundschaft, und Watzke sieht in „Kloppo“ das Idealbild eines Trainers. Im Gegensatz zu früheren Abwerbeversuchen in den Jahren 2021 und 2023 ist Klopp derzeit arbeitslos und fungiert als „Head of Soccer“ bei Red Bull. Wenn jemand die nötigen Verbindungen herstellen könnte, dann wäre es Watzke.
Der ehemalige Erfolgscoach von Borussia Dortmund und dem FC Liverpool äußerte sich bei der K-Frage am Magenta-Mikrofon zurückhaltend: „Ich verstehe, dass mein Name genannt wird. Aber es ist nicht der richtige Zeitpunkt. Ich habe einen Job, den ich sehr gerne mache. Es ist kein Tag, an dem ich über die Personalie Jürgen Klopp nachdenke.“ Klopp betonte, dass nun beim DFB wichtige Themen angesprochen werden sollten, um die Zukunft zu gestalten. „Dafür ist diese Situation vielleicht genau die richtige“, so Klopp.
Der DFB wäre für den 59-Jährigen keine unbekannte Institution. Klopp war Mitinitiator der Gründung einer U21-Liga und kennt solche Modelle aus seiner Zeit beim FC Liverpool, wo er sie mehrfach empfohlen hat. Er ist mit den teils veralteten Strukturen des Verbands vertraut und hat diese bereits im Hintergrund etwas aufgebrochen. Das ist auch Nagelsmann nicht entgangen.