Julian Weigl vor entscheidendem Wendepunkt bei Borussia Mönchengladbach

Julian Weigl vor entscheidendem Wendepunkt bei Borussia Mönchengladbach

Julian Weigl verfolgte den 3:2-Sieg von Borussia Mönchengladbach gegen Atlas Delmenhorst von der Bank aus, während sich der Mittelfeldspieler an einem entscheidenden Wendepunkt seiner Karriere befindet.

Mönchengladbach – Die Neuvergabe der Kapitänsbinde unter Trainer Gerardo Seoane stellt ein klares Signal dar. Anstelle von Jonas Omlin und Julian Weigl führen nun Tim Kleindienst und Rocco Reitz die Mannschaft von Borussia Mönchengladbach an. Für die ehemaligen Kapitäne ist die Situation jedoch noch herausfordernder.

Omlin wurde zur Nummer zwei degradiert, während Weigl mehr denn je um seinen Stammplatz fürchten muss. Seit seiner Verpflichtung von Benfica im Jahr 2022 war Weigl in jeder Saison ein fester Bestandteil des Teams. Er sollte eine Schlüsselrolle übernehmen und den Spielrhythmus der Gladbacher bestimmen.

Am Ende der vergangenen Saison kam Seoane offenbar zu der Erkenntnis, dass die Doppelsechs auch ohne Weigl effektiv agieren kann. Bereits im Jubiläumsspiel gegen den FC Valencia, dem prestigeträchtigsten Duell der Vorbereitung, saß der ehemalige Vize-Kapitän auf der Bank. Dies wiederholte sich beim Pflichtspielauftakt gegen Atlas Delmenhorst im DFB-Pokal.

Reitz und Philipp Sander übernahmen das zentrale Mittelfeld, während Weigl, zusammen mit Jens Castrop, Oscar Fraulo und Florian Neuhaus, auf der Bank Platz nehmen musste. Anstatt während der zweiten Halbzeit eingewechselt zu werden und die angedachte Rolle des Taktgebers zu übernehmen, blieb Weigl gänzlich ohne Einsatz.

In der 84. Minute wurde Castrop für Sander eingewechselt, und in der Nachspielzeit kam Fraulo für Kevin Stöger ins Spiel. „Auf der zentralen Mittelfeldposition haben wir viele Spieler mit unterschiedlichen Profilen, das war einfach eine sportliche Entscheidung heute“, erklärte Seoane nach dem Spiel bei Sky.

Die Situation wird von dem Trainer nüchtern betrachtet, während sie für Teile der Fans überraschend ist. Vor drei Monaten galt der 29-Jährige als unantastbar, nun ist er nicht einmal mehr im Mannschaftsrat und muss um seinen Platz in der Startelf bangen.

Reitz hat in der Hierarchie an Weigl vorbeigezogen und gehört aus sportlichen Gründen zum festen Mannschaftskern. Zudem hat Sander seit der Rückrunde der letzten Saison Druck gemacht und möglicherweise gefehlt, als Borussia ab April plötzlich schwächelte.

Mit Castrop hat Gladbach einen weiteren Konkurrenten verpflichtet, der erst noch in der Bundesliga Fuß fassen muss, jedoch mit seinem Tempo und seiner Aggressivität gegen den Ball Qualitäten mitbringt, die Weigl nicht hat. Dass selbst der Neuzugang am Sonntag den Vorzug erhielt, verstärkt die negative Woche für den ehemaligen Leistungsträger.

Am Ende bleibt festzuhalten, dass der einst Gejagte nun zum Jäger geworden ist. Weigl muss Argumente liefern, um regelmäßig in der Startelf zu stehen und Sander zu verdrängen. Gleichzeitig bleibt abzuwarten, welchen Druck Castrop ausüben wird und ob Neuhaus tatsächlich noch eine Chance erhalten sollte. Den Auftakt hat sich Weigl anders vorgestellt, doch es bleibt genügend Zeit, um das Blatt zu wenden.

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