Jürgen Klopp als möglicher Nachfolger von Julian Nagelsmann
Jürgen Klopp wird als Favorit für die Nachfolge von Bundestrainer Julian Nagelsmann gehandelt. Momentan steht Klopp jedoch noch unter Vertrag bei Red Bull.
München – Der Energydrink-Hersteller Red Bull sieht sich mit einer außergewöhnlichen Möglichkeit konfrontiert: Eine kostengünstige Freigabe von Jürgen Klopp für eine mögliche Rolle als deutscher Bundestrainer könnte dem Unternehmen einen Imagegewinn verschaffen. Dies wäre ein seltener Moment, da viele Fans den österreichischen Konzern aufgrund seines großen finanziellen Einflusses als Gegner des traditionellen Fußballs betrachten.
Die Absetzung von Julian Nagelsmann als Bundestrainer scheint laut Informationen von Absolut Fussball (powered by IPPEN.MEDIA) beschlossene Sache zu sein. Auslöser dafür ist das enttäuschende Ausscheiden bei der WM im Sechzehntelfinale gegen Paraguay. Sein ursprünglich bis zur EM 2028 laufender Vertrag wird voraussichtlich nicht erfüllt werden können.
Der DFB plant, schnell zu handeln, um ein Vakuum nach der Trennung zu vermeiden. Verhandlungen mit Klopps Berater Marc Kosicke und Red Bull sollen laut Absolut Fussball bereits intensiviert worden sein. Dabei könnte das gute Verhältnis von BVB-Präsident Hans-Joachim Watzke zu Klopp von Vorteil sein.
Die Besonderheit dieser Personalie liegt darin, dass Klopp seit dem 1. Januar 2025 als „Head of Global Soccer“ bei Red Bull tätig ist. Sein Vertrag läuft laut Co-Konzernchef Oliver Mintzlaff bis 2029 und enthält keine Ausstiegsklausel. Eine Freigabe wäre daher alles andere als selbstverständlich. Ob eine gleichzeitige Beschäftigung möglich ist, bleibt fraglich.
Vor fünf Jahren hatte Mintzlaff für den Wechsel von Nagelsmann von RB Leipzig zum FC Bayern eine Rekordablöse von 25 Millionen Euro ausgehandelt. Dieses Mal könnte die Situation anders aussehen. Die Hoffnung des DFB ist, dass eine kostengünstige Freigabe von Klopp durch Red Bull von der Öffentlichkeit positiv wahrgenommen wird – als ein treuer Dienst am Land.
Klopp selbst äußerte sich bei seiner Vorstellung bei Red Bull: „Ich freue mich, nach fast 25 Jahren an der Seitenlinie nun meine Expertise und meine Vision von Fußball auf globaler Ebene bei Red Bull einzubringen.“ Ob er diese Vision nun früher als geplant aufgibt, bleibt abzuwarten. Klopps Haltung zum Amt des Bundestrainers hat sich im Laufe der Jahre verändert.
Im August 2018, kurz nach dem WM-Aus in Russland, war seine Meinung noch klar. In der Welt am Sonntag sagte er: „Sollte ich irgendwann einmal gefragt werden, und ich wäre verfügbar, dann würde ich darüber nachdenken. Ob ich mir in der aktuellen Situation, in der ich noch vier Jahre an den FC Liverpool gebunden bin, Gedanken mache, nur weil Deutschland gerade eine schlechte WM gespielt hat? Nein. Ich stehe nicht zur Verfügung.“
Doch der Ton hat sich geändert. Im Januar 2023 räumte er in der Sport Bild erstmals ein: „Es ist nicht völlig ausgeschlossen, dass ich irgendwann mal Bundestrainer werde. Aber es muss passen. Und das hat es bisher nicht.“ Kurz nach dem WM-Aus gegen Paraguay äußerte sich der 59-Jährige bei MagentaTV: „Darüber habe ich noch nicht nachgedacht. Ich verstehe, dass, wenn über den Bundestrainer gesprochen wird, dann in irgendeiner Form mein Name genannt wird. Aber es ist nicht der Moment, um darüber wirklich zu sprechen.“
Dennoch bleiben Fragen offen. Klopp betonte zuletzt: „Ich habe einen Job, den ich sehr gerne mache. Das ist kein Halbtagsjob.“ Ob Red Bull tatsächlich bereit ist, ihn freizugeben, ist noch ungewiss. Ob Klopps Erfolgskonzept, das von langfristiger Vereinsarbeit geprägt ist, auf den Betrieb der Nationalmannschaft übertragbar ist, bleibt ebenfalls unklar.