Jürgen Klopp reagiert auf Lothar Matthäus' Kritik vor der WM 2026
München – Kurz vor der Weltmeisterschaft 2026 hat Jürgen Klopp auf die jüngsten Diskussionen um seine Wunschaufstellung reagiert und Vorwürfe mangelnden Feingefühls entschieden zurückgewiesen. Zuvor hatte Rekordnationalspieler Lothar Matthäus heftige Kritik geäußert, weil Klopp gemeinsam mit Thomas Müller in einer fiktiven Startelf Deniz Undav den Vorzug vor Jamal Musiala gegeben hatte.
Klopp stellte klar, dass es sich dabei um ein Missverständnis handle und seine Prognose keineswegs als Kritik an Trainer Julian Nagelsmann oder dem Offensivstar des FC Bayern zu verstehen sei. „Wen soll ich kritisieren? Er hat noch gar nicht gespielt“, betonte der 58-Jährige in seiner Funktion als Magenta-TV-Experte. Der erfahrene Trainer fügte hinzu, dass jeder Musiala liebe – ihn selbst eingeschlossen. Es sei lediglich darum gegangen, Optionen in einem langen WM-Turnier aufzuzeigen.
Der ehemalige Erfolgscoach mahnte zudem an, das große Ganze nicht aus den Augen zu verlieren und die interne Aufstellung nicht zu einem Störfaktor hochzujubeln. Da Musiala nach einer Verletzungspause noch Spielpraxis fehle, müsse der Youngster behutsam aufgebaut werden, um in den entscheidenden K.-o.-Phasen in Topform zu sein. Wichtig sei laut Klopp vor allem, die exzellente Stimmung im deutschen WM-Camp zu wahren.
Mit Blick auf die mediale Unruhe fügte er eine deutliche Ansage in Richtung der Kritiker hinzu: „Da draußen stehen alle anderen, die uns diese gute Stimmung kaputtmachen wollen, und da sollten wir dafür sorgen, dass wir die Spielverderber sind und nicht die.“ Konkrete Namen nannte Klopp nicht. Zuvor fand Matthäus gegenüber BILD klare Worte: „Ich habe mich sehr gewundert“, sagte Matthäus – und machte klar, dass er die Diskussion in dieser Phase für pures Störfeuer halte.
Matthäus betonte: „Ich akzeptiere ihre Meinung, möchte es aber so nicht stehen lassen. Da fehlt mir das Feingefühl.“ Besonders Klopp nahm er dabei in die Pflicht: „Gerade Jürgen Klopp sollte es eigentlich wissen.“ Für Matthäus steht fest, dass Deutschland für ein erfolgreiches Turnier „die Qualität eines Musiala“ braucht – und dass man ihm deshalb „Vertrauen und die Spielzeit geben“ müsse.
Matthäus lässt keinen Zweifel: Musiala ist nach seiner Einschätzung gerade nicht in Bestform. Nur folgt daraus für ihn eben nicht, dass man ihn auf die Bank setzt. Im Gegenteil: „Statt aber um seine Person Unruhe zu machen, sollte man ihn nun unterstützen“, sagte Matthäus.
Besonders brisant: Noch immer halten sich hartnäckige Gerüchte, Klopp würde als möglicher „Schattentrainer“ von Julian Nagelsmann agieren. Genau deshalb, so Matthäus, sei die Wirkung solcher Sätze auf den Bundestrainer besonders heikel: „Die Äußerungen von Klopp machen Nagelsmann die Arbeit nicht gerade leichter.“
Matthäus griff dafür zu einem Vergleich aus dem Traineralltag: Wie hätte Klopp wohl reagiert, wenn ihm vor einem wichtigen Champions-League-Spiel öffentlich geraten worden wäre, einen Stammspieler auf die Bank zu setzen? „Gerade unter Trainer-Kollegen kommt so eine Einmischung nicht gut an“, sagte Matthäus.
Auch bei Müller hakte er nach: Es sei „gewöhnungsbedürftig“, dass Müller über einen früheren Mitspieler urteile – auch wenn Kritik zum Expertenjob gehöre. Im Hintergrund wird der Kontext weiter mitgeliefert: Matthäus kontert die Diskussion mit einem eigenen Detail aus dem Testspiel gegen die USA und spricht von einer „ansteigenden Form“ in der zweiten Halbzeit. Im Live-Showformat „Die WM-WG“ von Absolut Fußball hat auch TV-Experte Nico Seepe eine klare Meinung zu Undav.