Karim Adeyemi bleibt beim DFB-Pokalspiel außen vor
Beim DFB-Pokalspiel in Essen ließ Trainer Niko Kovač einen Star außen vor. Dies könnte auch Auswirkungen auf den Bundesliga-Start haben.
Dortmund – Karim Adeyemi fiel beim Aufwärmen in Essen durch ein auffälliges Haarband auf. Doch das war auch das einzige, was ihn bemerkbar machte, da er nicht zum Einsatz kam. 90 Minuten lang saß der Angreifer auf der Bank, während Borussia Dortmund sich mühsam mit 1:0 gegen Rot-Weiss Essen durchsetzte.
Obwohl die Offensive über weite Strecken schwach agierte, entschied sich Niko Kovač bei der Auswechslung von Maximilian Beier gegen Adeyemi. Eine klare Ansage vor dem Spiel hallt in den Ohren: „Die ersten drei Pflichtspiele sind die, die den Trainern Kopfschmerzen bereiten. Es gibt keine englischen Wochen, es wird nicht allzu viel rotiert werden“, erklärte Kovač in der Pressekonferenz.
„Es wird eine Mannschaft geben, die, wenn alles gut läuft, die ersten drei Spiele bestreiten wird, und wir werden dieselben Spieler auf dem Platz sehen“, fügte der Trainer hinzu. Wenn er an dieser Linie festhält, könnte Adeyemi für den Bundesliga-Start am Samstag gegen St. Pauli und acht Tage später zuhause gegen Union Berlin außen vor bleiben. Das interne Duell scheint Beier für sich entschieden zu haben.
Der 22-Jährige hatte beim letzten Härtetest gegen Juventus mit einem Jokertor eine Duftmarke gesetzt, während sich bei seinem ein Jahr älteren Konkurrenten Adeyemi Licht und Schatten in der Vorbereitung abwechselten. Im 3-5-2-System des BVB ist neben Serhou Guirassy nur Platz für einen weiteren Stürmer, und diesmal bekam Beier den Zuschlag.
Als der BVB in Essen über weite Strecken ideenlos agierte und dringend einen Unterschiedsspieler benötigte, griff der Trainer nicht auf Adeyemi zurück. Stattdessen brachte er nach gut einer Stunde Julian Brandt und Jobe Bellingham, stellte um und machte Guirassy zur einzigen Spitze. Diese taktische Anpassung funktionierte letztendlich: Guirassy erzielte den entscheidenden Treffer.
Sportdirektor Sebastian Kehl erklärte die Personalentscheidungen pragmatisch: „Der Trainer hat sich so entschieden. Es ist auch gut, dass man die Qualität auf der Bank hat.“ Mit seinem Tempo kann Adeyemi gerade gegen müde Abwehrreihen viel bewirken. Seine Stärken kommen insbesondere zur Geltung, wenn der BVB Platz hat.
Es war offensichtlich, dass Dortmund beim Drittligisten Essen im Ballbesitz dominieren würde. Kovač wählte den im Kombinationsspiel sichereren Beier, der zudem gewissenhaft gegen den Ball arbeitet und als erster Pressingspieler fungiert. Diese Entscheidung ist nicht überzubewerten.
Kovač kann jederzeit seine Meinung ändern. Die Frage „Adeyemi oder Beier“ stellt sich vor jedem Spiel neu. Die kommenden beiden Wochen werden zeigen, ob Kovač tatsächlich bei „denselben Spielern“ für die ersten drei Pflichtspiele bleibt oder ob Adeyemi doch noch die Gelegenheit bekommt, sich mit mehr als seinem Haarband zu beweisen.