Karim Adeyemi: Von Talent zu Schlüsselspieler bei Borussia Dortmund
Viele Spieler bei Borussia Dortmund haben unter Trainer Niko Kovač signifikante Fortschritte erzielt. Der BVB ist nun gefordert, in den Vertragsverhandlungen aktiv zu werden.
In Dortmund berichtet man, dass Borussia Dortmund bereit ist, an die finanziellen Grenzen zu gehen. Dies betrifft jedoch nicht einen neuen, aufregenden Transfer, sondern einen Spieler, dessen Verkauf noch vor einem Jahr im Raum stand. Karim Adeyemi hat sich unter Niko Kovač von einem wechselhaften Talent zu einem unverzichtbaren Leistungsträger entwickelt.
Der 23-Jährige hat in dieser Saison bereits sechs Scorerpunkte in neun Pflichtspielen erzielt, und sein Marktwert ist auf 60 Millionen Euro gestiegen. Doch entscheidender als die Zahlen ist die Entwicklung seines Spiels: Aus dem offensiven Freigeist ist ein deutlich kompletterer Fußballer geworden, der auch defensiv Verantwortung übernimmt. Diese Transformation macht ihn für den BVB unverkäuflich.
Stattdessen plant der Klub, den bis 2027 gültigen Vertrag mit dem elffachen Nationalspieler vorzeitig zu verlängern und ist bereit, sich finanziell zu engagieren. Neben Nico Schlotterbeck soll Adeyemi langfristig das Gesicht des BVB werden. Laut Sport Bild hat der BVB bereits ein erstes Angebot unterbreitet, rechnet jedoch mit mehreren Verhandlungsrunden.
Geschäftsführer Lars Ricken verdeutlichte die Denkweise des Vereins: „Seine Entwicklung ist bemerkenswert. Genauso wichtig ist es jetzt, dass er verletzungsfrei bleibt“, erklärte Ricken über Adeyemi. „Mit Niko Kovač hat er den richtigen Trainer, der diese Entwicklung immer wieder einfordert.“ Auf die Frage, ob 60 Millionen Euro Ablöse ausreichend wären, antwortete Ricken klar: „Nein.“
Die Entwicklung von Adeyemi ist eng mit Kovač verbunden. „Ich spreche am häufigsten mit Karim, weil ich von seinen Qualitäten sehr überzeugt bin. Er hat so viel Potenzial“, sagte der Trainer vor einigen Wochen. Kovač hat Adeyemi eine entscheidende Lektion erteilt: „Fußball funktioniert nicht nur in eine Richtung, sondern auch in die andere.“
Das Ergebnis ist beeindruckend: Adeyemi arbeitet defensiv konsequenter und ist offensiv effektiver denn je. Dadurch wird der gebürtige Münchner auch für andere Klubs interessant. Mit Star-Agent Jorge Mendes, der unter anderem Cristiano Ronaldos Karriere geprägt hat, ist Adeyemi bestens aufgestellt.
Der Reflex, einen Beraterwechsel als Vorzeichen eines Transfers zu deuten, könnte jedoch irreführend sein. Mendes soll zuletzt in Dortmund gewesen sein und in vertraulichem Rahmen mit Sportdirektor Sebastian Kehl über Adeyemi gesprochen haben. „Wir wollen langfristig mit Karim zusammenarbeiten, daran arbeiten wir“, wurde Kehl zitiert.
Adeyemi selbst wird gut einschätzen können, was er am BVB hat: die starke Entwicklung unter Kovač, das Vertrauen der Führungsetage und ein hohes Ansehen bei den Fans. Das Trikot mit seiner Nummer 27 gehört nach wie vor zu den Verkaufsschlagern unter den Anhängern. Adeyemi hat sich beim BVB einen Status erarbeitet, der ihm bei anderen Klubs nicht sicher wäre.
Wenn er zudem zu den Topverdienern aufsteigen kann, spricht alles für eine Vertragsverlängerung. Dennoch gibt es auch kritische Stimmen, die zur Vorsicht mahnen. Der ehemalige Nationalspieler Mario Basler warnte im Interview mit Absolut Fussball, dem Fußballportal von Home of Sports: „Ich muss von Adeyemi einfach sehen, dass er mal über ein halbes, ein dreiviertel Jahr wirklich konstant gute Leistungen bringt.“