Karl-Heinz Rummenigge: Ein Rückblick zum 70. Geburtstag

Karl-Heinz Rummenigge: Ein Rückblick zum 70. Geburtstag

Karl-Heinz Rummenigge, eine der zentralen Figuren in der Geschichte des FC Bayern, hat den Verein einst als Spieler finanziell gerettet. Anlässlich seines 70. Geburtstags blickt Uli Hoeneß auf diese prägende Zeit zurück.

München – Karl-Heinz „Kalle“ Rummenigge ist sowohl als Weltklassespieler (1974-1984) als auch in seiner späteren Rolle in der Vereinsführung (Vizepräsident, CEO) von großer Bedeutung für den FC Bayern. In einem Gespräch mit SPORT1 reflektiert Uli Hoeneß über die gemeinsamen Erlebnisse.

„Ich habe mit ihm so ziemlich alles erlebt, was man erleben kann. Er kam 1974 als junger Spieler zum FC Bayern, kurz nachdem wir Weltmeister geworden waren. Wir haben ihn damals herzlich aufgenommen. Er war ein außergewöhnlicher Dribbler, der anfangs etwas nervös war, sodass die Tore nicht sofort fielen. Doch schließlich entwickelte er sich zu einem absoluten Weltklassespieler beim FC Bayern und in der Nationalmannschaft“, erinnert sich Hoeneß.

Nach zwei Europapokalsiegen (1975, 1976), einem Weltpokalsieg (1976), zwei Meisterschaften (1980, 1981) und zwei Pokalsiegen (1982, 1984) – zunächst an der Seite von Vereinslegenden wie Franz Beckenbauer, Gerd Müller, Sepp Maier und Uli Hoeneß selbst – wurde Rummenigge 1984 zu Inter Mailand transferiert und beendete seine Spielerkarriere drei Jahre später bei Servette Genf. Dieser Wechsel hatte eine entscheidende Bedeutung für die finanzielle Situation des FC Bayern.

Uli Hoeneß erinnert sich: „Als ich 1979 Manager wurde, hatte der FC Bayern rund sieben Millionen Mark Schulden. Durch seinen Transfer – damals etwa elf Millionen Mark – konnten wir die Schulden tilgen. Mit den restlichen vier Millionen habe ich Lothar Matthäus für zwei Millionen und Roland Wohlfarth für eine Million verpflichtet. Die verbleibende Million bildete die Grundlage für das Festgeldkonto des FC Bayern. Dafür sind wir Karl-Heinz unendlich dankbar: Sein Transfer hat dem FC Bayern geholfen, gesund zu werden.“

1989 beendete Rummenigge im Alter von 34 Jahren seine aktive Karriere in der Schweiz. Zweieinhalb Jahre später kehrte er zum FC Bayern zurück, der sich in der Saison 1991/92 in einer schweren sportlichen Krise befand. Jupp Heynckes wurde früh in der Saison entlassen, und auch unter seinem Nachfolger Sören Lerby lief es nicht besser – Abstiegsangst herrschte damals an der Säbener Straße.

Die Vereinslegenden Franz Beckenbauer und Rummenigge wollten helfen und starteten ihre Funktionärskarrieren beim Rekordmeister als Vizepräsidenten. Beckenbauer wurde 1994 Präsident des FC Bayern, Rummenigge 2002 im Rahmen der Umwandlung der Fußballabteilung in eine AG zum Vorstandsvorsitzenden ernannt.

Der 73-jährige Hoeneß erinnert sich gegenüber SPORT1 auch gut an diese Zeit: „Wir haben uns während Sitzungen und Besprechungen manchmal heftig gestritten, da ging es ordentlich zur Sache. Aber – und das ist der entscheidende Unterschied im Vergleich zu heute: Heute sind die Leute schnell beleidigt und reden wochenlang nicht miteinander. Das war bei uns nie der Fall. Wir waren in der Sache oft hart gegeneinander, aber das hat unsere persönliche Freundschaft nie verändert.“

Zum 70. Geburtstag seines langjährigen Weggefährten lässt Hoeneß keinen Zweifel daran, welchen Stellenwert Rummenigge für den Rekordmeister hat: Er war nicht nur einer der besten Spieler seiner Zeit – der Europameister von 1980 gewann als Bayernspieler zweimal den Ballon d’Or (1980 und 1981) –, sondern auch ein entscheidender Baumeister des modernen FC Bayern und nicht zuletzt sein „Retter“.

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