Karl-Heinz Rummenigge reflektiert über den FC Bayern und den Fußball
Zum 70. Geburtstag von Karl-Heinz Rummenigge äußert sich der ehemalige Fußballstar im Gespräch mit dem Mitgliedermagazin „51“ stolz über seinen FC Bayern, nimmt aber auch kritisch Stellung zu aktuellen Entwicklungen im Fußball.
In München aufgewachsen, wurde Rummenigge während seiner zehn Jahre als Spieler beim FC Bayern (1974 bis 1984) zu einem der größten Fußballstars weltweit. An der Seite von Vereinslegenden wie Franz Beckenbauer, Gerd Müller und Sepp Maier gewann er zu Beginn seiner Karriere gleich zweimal den Europapokal der Landesmeister (1975, 1976) und feierte 1976 den ersten Weltpokalsieg in der Geschichte des Vereins.
In den folgenden Jahren bildete er zusammen mit Paul Breitner das legendäre Duo „Breitnigge“. Während dieser Zeit wurde er zweimal (1980, 1981) mit dem Ballon d’Or ausgezeichnet und gewann mit der deutschen Nationalmannschaft die Europameisterschaft (1980). Auch als Funktionär hinterließ der gebürtige Westfale beim deutschen Rekordmeister große Fußstapfen.
Ab Herbst 1991 war er Vize-Präsident und von 2002 bis 2021 Vorstandsvorsitzender der AG. Seit 2023 sitzt er im Aufsichtsrat, dem einflussreichen Kontrollgremium des FC Bayern. Anlässlich seines 70. Geburtstags am 25. September 2025 wird viel über Rummenigge gesprochen und geschrieben.
In dem ausführlichen Interview im Mitgliedermagazin 51 zeigt sich der 70-Jährige stolz auf seinen „Herzensverein“: „Dieser Verein ist außergewöhnlich – und wird international extrem geschätzt. Viele sagen: Das ist ein europäisches Glückskind – unabhängig, stabil, einzigartig.“
Kritisch äußert sich der zweifache Vize-Weltmeister (1982, 1986) zur Frage, ob sich sein Blick auf den Fußball im Laufe der Zeit verändert hat: „Ich betrachte den Fußball nach wie vor mit dem gleichen Blick wie früher, auch während meiner Zeit als Vorstandsvorsitzender. Grundsätzlich sehe ich die Entwicklung des Fußballs positiv. Was mir jedoch auffällt – insbesondere in Deutschland – ist die permanente negative Grundhaltung und das ständige Meckern. Egal, was entschieden wird – sei es beim FC Bayern, in der Nationalmannschaft oder anderswo – man muss immer mit einem Shitstorm rechnen.“
Obwohl er sich mit dieser Situation mittlerweile arrangiert hat, äußert Rummenigge einen Wunsch: „Früher habe ich mich darüber aufgeregt, heute weniger, da es wohl der Zeitgeist ist. Ich habe das auch in meinem Sommerurlaub gemerkt: Man findet kaum noch gute Nachrichten in den Medien. Es geht nur um Kritik, Polarisierung und Polemik. Ich wünsche mir, dass wieder mehr konstruktiv berichtet wird, anstatt ständig zu kritisieren.“
Darüber hinaus bemerkt Rummenigge eine weitere „Fehlentwicklung“ in der heutigen Gesellschaft: „Wir haben in unserer gesamten Gesellschaft keine Streitkultur mehr. Mein Freund Uli Hoeneß kann kaum etwas Kritisches sagen, ohne dass es gegen ihn verwendet wird. Wir brauchen Ehrlichkeit und Klartext – nur wer die Wahrheit ausspricht, kann Veränderungen bewirken.“