Kimmich übernimmt Verantwortung nach WM-Aus
Joshua Kimmich hat nach dem frühen Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der WM die Verantwortung für die enttäuschende Leistung des Teams übernommen. Trotz des Rückschlags zeigt der Kapitän jedoch keine Anzeichen, seine Karriere in der Nationalmannschaft zu beenden.
Nach dem Ausscheiden gegen Paraguay im Sechzehntelfinale am 29. Juni äußerte Kimmich, dass Aufgeben für ihn keine Option sei. Auf die Frage, ob er noch die Kraft für einen weiteren Anlauf habe, antwortete er klar: „Ich werde immer die Power haben für einen erneuten Anlauf. Was ich niemals tun werde, ist aufgeben.“ Damit wies der Mittelfeldspieler Spekulationen über einen möglichen Rücktritt nach dem Turnier entschieden zurück. Trotz der wiederholten Enttäuschungen aus den letzten drei Weltmeisterschaften beabsichtigt der Kapitän, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen und Verantwortung zu übernehmen.
Kimmich äußerte auch selbstkritische Gedanken zur Entwicklung der Nationalmannschaft. Die wiederholten frühen Turnieraus scheinen ihn sichtlich zu belasten. „Man tritt hier an, weil man Deutschland stolz machen will“, erklärte der 31-Jährige. Als Kind habe er die Nationalmannschaft stets in Halbfinals und Endspielen erlebt und möchte dies auch der heutigen Generation bieten. „Es ist sehr, sehr schade, gerade in einer Zeit, in der es uns, glaube ich, extrem gut getan hätte, in Deutschland etwas zu haben, worauf wir stolz sein können. Die Nationalmannschaft ist es momentan leider nicht. Umso größer ist die Enttäuschung darüber, dass dies erneut nicht gelungen ist“, so Kimmich weiter.
Besonders wichtig war es Kimmich, die Verantwortung nicht auf äußere Umstände abzuwälzen. „Dafür müssen wir alle Verantwortung übernehmen“, betonte er und stellte klar, dass weder Trainer, Schiedsrichter noch die Medien für das Ausscheiden verantwortlich seien. „Wir Spieler, die auf dem Platz standen, haben das verbockt. Das war nicht der Trainer, nicht die Medien, nicht der Schiedsrichter und nicht der Gegner, sondern einzig und allein wir.“
Die sportliche Analyse fiel ebenfalls deutlich aus. Deutschland habe es versäumt, Paraguay bereits in der regulären Spielzeit oder Verlängerung zu besiegen, so Kimmich. „Normalerweise darf es gegen so einen Gegner, bei allem Respekt, nicht ins Elfmeterschießen kommen“, sagte er. Das erneute frühe WM-Aus sei daher die Konsequenz einer insgesamt „deutlich zu wenig“ überzeugenden Turnierleistung.