Kingsley Coman vor Wechsel zu al-Nassr: Eine kritische Betrachtung

Kingsley Coman vor Wechsel zu al-Nassr: Eine kritische Betrachtung

München – Kingsley Coman steht offenbar kurz vor einem Wechsel vom FC Bayern München. Berichten zufolge hat er sich mit dem saudischen Klub al-Nassr auf einen Transfer verständigt, der ihm ein erhebliches Gehalt in der Saudi-Profiliga einbringen würde.

Der Topklub al-Nassr, für den auch Cristiano Ronaldo spielt, hat seine Bemühungen um den französischen Vizeweltmeister intensiviert und ein offizielles Angebot unterbreitet. Laut dem italienischen Transfer-Experten Fabrizio Romano ist am Freitag ein schriftliches Angebot in Höhe von rund 30 Millionen Euro bei Bayern eingegangen. Diese Summe wird jedoch als unzureichend angesehen, da der Rekordmeister eine Ablöse von etwa 50 Millionen Euro erwartet.

Trotzdem berichten Quellen, dass die Gespräche bereits „weit fortgeschritten“ sind und Coman einem Wechsel zu al-Nassr offen gegenübersteht. Der Flügelspieler könnte in Saudi-Arabien bis 2028 unterschreiben und ein Nettogehalt zwischen 20 und 25 Millionen Euro pro Jahr erhalten.

In München gehört Coman zwar zu den besserverdienenden Spielern mit einem Jahresgehalt von 17 Millionen Euro brutto, doch der saudi-arabische Transfer-Experte Ali Alabdallah berichtet, dass der 29-Jährige bereits eine Einigung mit dem Klub erzielt hat.

Ob die Bayern Coman tatsächlich ziehen lassen, hängt nun von der Bereitschaft al-Nassrs ab, das Angebot erheblich zu erhöhen. Der saudische Klub hatte bereits im vergangenen Sommer versucht, den 58-fachen Nationalspieler zu verpflichten, doch Coman entschied sich für einen Verbleib in München, insbesondere weil Cheftrainer Vincent Kompany großes Vertrauen in ihn hat.

Der „King“ zählt bislang zu den großen Gewinnern der bisherigen Saisonvorbereitung des FC Bayern. Im Testspiel gegen den Europa-League-Sieger Tottenham Hotspur (4:0) konnte er nicht nur durch seinen überragenden Treffer zum 2:0 überzeugen, sondern gehört neben Michael Olise und Neuzugang Luis Díaz zu den Top-3-Flügelspielern des Rekordmeisters.

Während Leroy Sané den Verein in Richtung Istanbul verlassen hat, ist Serge Gnabry in der internen Hierarchie zurückgefallen und zudem derzeit angeschlagen. Der 17-jährige Lennart Karl gilt als großes Zukunftsversprechen, ist jedoch noch kein Anwärter auf einen Stammplatz in der Offensive des FC Bayern.

Selbst wenn Max Eberl und sein Team mit Coman einen finanziell lukrativen Deal abschließen können, wäre der Siegtorschütze des Champions-League-Finales 2020 sportlich ein erheblicher Verlust. Sein Abgang würde eine Lücke im bereits nicht allzu großen Kader hinterlassen, die möglicherweise durch eine kostspielige Neuverpflichtung geschlossen werden müsste. Möglicherweise sollen mit dem Transfer auch die nötigen Mittel für die Verpflichtung von Nick Woltemade vom VfB Stuttgart generiert werden.

Coman selbst könnte durch diesen Wechsel seine Ambitionen auf einen Platz im französischen WM-Kader für die WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko gefährden. Allerdings rüsten die Saudis ihre Liga zunehmend auf, sodass sie sich leistungsseitig den europäischen Topligen annähern.

Dies ist jedoch ein Prozess, der noch einige Jahre in Anspruch nehmen wird. Ein Deal nach der kommenden Weltmeisterschaft wäre daher wahrscheinlich die bessere Lösung für sowohl Bayern als auch Coman.

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