Ko Itakura: Transfergerüchte und die Rolle von Eintracht Frankfurt
Im Transferpoker um Ko Itakura ist Eintracht Frankfurt unter anderem involviert. Steht Roland Virkus vor der Herausforderung, ein Versprechen zu brechen?
Mönchengladbach – Lange Zeit war es ruhig um Ko Itakura, doch in der vergangenen Woche haben die Spekulationen über einen möglichen Wechsel des Innenverteidigers von Borussia Mönchengladbach an Fahrt gewonnen. Neben Ajax Amsterdam und Feyenoord Rotterdam hat auch Eintracht Frankfurt Kontakt zur Spielerseite aufgenommen.
Mit dem Abgang von Tuta zu Al-Duhail in Katar und der möglichen Abwanderung von Aurèle Amenda nach nur einem Jahr am Main, sind die Frankfurter aktiv auf der Suche nach Verstärkungen. Obwohl bereits von einer Einigung zwischen Itakura und Ajax die Rede ist, berichtet Sky Sport, dass Gladbach ein erstes Angebot abgelehnt hat und mindestens zehn Millionen Euro plus Boni fordert.
Borussia Mönchengladbach sieht sich nicht unter Druck, da Shuto Machino auch ohne die potenziellen Einnahmen aus dem Itakura-Transfer verpflichtet wurde. Dies hat auch Alassane Pléa, der zur PSV Eindhoven gewechselt ist, die Möglichkeit eröffnet, sich auf Titel und Champions-League-Fußball zu konzentrieren. Da das Transferfenster noch geöffnet ist, besteht kein unmittelbarer Handlungsdruck in den Verhandlungen.
Die Verantwortlichen von Gladbach betonen stets den Wunsch, eine Lösung zu finden, die für alle Beteiligten – den Klub, den Spieler und den aufnehmenden Verein – zufriedenstellend ist. Im Fall von Itakura geht es nicht nur um finanzielle Aspekte, sondern auch um die Frage, in welche Liga der japanische Nationalspieler wechselt. Roland Virkus hatte in einem Mediengespräch im Februar ein Versprechen abgegeben.
Als er auf die ungewisse Zukunft von Itakura und Nico Elvedi – der sich später für einen Verbleib bei Borussia entschied – angesprochen wurde, versprach er, keinen Spieler an einen direkten Konkurrenten zu verkaufen. Dies hat bei Teilen der Eintracht-Fans eine kontroverse Debatte ausgelöst.
Die Frage, ob Frankfurt überhaupt noch ein Konkurrent für Gladbach ist, wird in den sozialen Netzwerken unterschiedlich bewertet, da sich die Ansprüche beider Klubs in den letzten Jahren verschoben haben. Eintracht Frankfurt gewann 2018 den DFB-Pokal, 2022 die Europa League und qualifizierte sich 2025 erstmals über die Bundesliga für die Champions League. Im Gegensatz dazu ist Borussia Mönchengladbach seit 2021 ins Mittelfeld der Tabelle abgerutscht.
Es ist daher schwierig, von zwei Vereinen auf Augenhöhe zu sprechen. Der geschätzte Marktwert des Gladbacher Kaders beträgt 159,85 Millionen Euro und liegt deutlich unter dem des Eintracht-Kaders, der bei 319,4 Millionen Euro liegt. Die Hessen haben nach zahlreichen Top-Transfers andere finanzielle Möglichkeiten und müssen in diesem Jahr tiefer in die Tasche greifen als in der Vergangenheit.
Trotzdem konkurrieren beide Teams in der Bundesliga um Punkte und eine bessere Platzierung. Wenn Virkus verspricht, keinen Spieler an einen Konkurrenten zu verkaufen, bezieht sich dies auch auf Eintracht Frankfurt. Daher dürfte der 58-Jährige an einem Verkauf von Itakura ins Ausland interessiert sein.
Sollte Ajax einen Schritt auf Gladbach zugehen, stehen die Chancen gut, dass Virkus sein Versprechen einhält. Es bleibt jedoch abzuwarten, wohin es den Verteidiger letztendlich zieht und was der VfL mit den daraus resultierenden Einnahmen plant.