Kontroverses Kane-Tor: Kovac kritisiert Schiedsrichter Dankert
Nach der 1:2-Niederlage von Borussia Dortmund gegen den FC Bayern München äußerte Trainer Niko Kovac scharfe Kritik an Schiedsrichter Bastian Dankert wegen des umstrittenen Tores von Harry Kane.
München – Borussia Dortmund musste sich im Klassiker gegen den FC Bayern geschlagen geben, und Trainer Niko Kovac ließ seinem Unmut freien Lauf. Insbesondere nach dem strittigen Tor von Kane, das zum frühen 0:1 führte, war Kovac sichtlich aufgebracht. In der Pressekonferenz nach dem Spiel fand der 54-Jährige deutliche Worte für die Regelauslegung von Schiedsrichter Bastian Dankert.
Der entscheidende Moment war das Tor von Bayern-Stürmer Harry Kane in der 12. Minute, das nach einer Ecke von Joshua Kimmich fiel. Kane setzte sich im Luftduell gegen Serhou Guirassy durch und köpfte den Ball ins Netz. Kovac sah darin ein klares Foul und kommentierte bei Sky: „Beide Hände sind draußen. Dankert hat alles zerpfiffen. So kleinlich hätte er auch hier pfeifen müssen.“
Der Dortmunder Trainer kritisierte insbesondere die inkonsequente Linie des Schiedsrichters: „Wenn er in anderen Situationen das Spiel laufen lässt, hätte er es auch hier tun müssen. Aufgrund seiner Entscheidung, kleinlich zu pfeifen, ist das eine klare Fehlentscheidung.“
Schiedsrichter Bastian Dankert verteidigte hingegen seine Entscheidung: „Ich sehe keinen Impuls, der Guirassy daran hindert, korrekt in den Zweikampf zu gehen. Das ist handelsüblich in der Bundesliga“, erklärte er nach dem Spiel. Auch der Video-Assistent griff nicht ein, da der Kontakt als zu gering erachtet wurde, um das Tor zurückzunehmen.
Kovac erhielt Unterstützung von Sky-Experte Lothar Matthäus, der das Tor als irregulär einstufte: „Kane hat sich einen Vorteil erschlichen. Ich verstehe nicht, warum Köln hier nicht eingreift.“ Philipp Lahm hingegen sah die Situation anders: „Ich bin immer auf Seiten der Schiedsrichter. Ihnen war es offenbar zu wenig.“
Obwohl Kovac in Interviews von einer „schlechten Leistung“ des Schiedsrichters sprach, wählte er auf der Pressekonferenz einen ruhigeren Ton: „Grundsätzlich ist das für mich auch kein Foul. Aber so wie der Schiedsrichter heute gepfiffen hat, hätte er es pfeifen müssen. Er hat seine eigenen Standards vertauscht.“
Selbst innerhalb der Dortmunder Kabine gingen die Meinungen auseinander. Verteidiger Nico Schlotterbeck äußerte: „Dadurch, dass Serhou nicht fällt, musst du es nicht unbedingt pfeifen. Ich bin der Meinung, das ist im Fußball erlaubt.“ Für den BVB war die Niederlage im Klassiker die erste Pleite der laufenden Saison.