Kritik am VAR: Frankfurter Ausgleich hätte zählen müssen
Schiedsrichterexperte Michael Gräfe hat den Video-Assistenten (VAR) scharf kritisiert, nachdem der Frankfurter Ausgleich gegen Bayern München nicht anerkannt wurde. Der FC Bayern gewann das Bundesliga-Topspiel bei Eintracht Frankfurt souverän mit 3:0, doch eine umstrittene Szene sorgte nach dem Spiel für intensive Diskussionen.
Der vermeintliche Ausgleichstreffer von Jean-Matteo Bahoya wurde nach einem VAR-Eingriff wegen eines Handspiels aberkannt. Laut Gräfe handelt es sich hierbei um eine klare Fehlentscheidung. „Der Ausgleichstreffer von Frankfurt hätte zählen müssen“, betont er. „Der VAR hätte in dieser Situation nicht eingreifen dürfen. Selbst nach Sichtung der Bilder hätte Schiedsrichter Siebert auf seiner ursprünglichen Entscheidung bestehen müssen, auch wenn er das Handspiel möglicherweise nicht wahrgenommen hat.“
Der ehemalige FIFA-Schiedsrichter führte weiter aus: „Ein Tor darf nur dann aberkannt werden, wenn der Schütze den Ball absichtlich mit der Hand spielt. Wenn das Handspiel zwei oder drei Spielzüge vorher passiert oder keinen direkten Bezug zur Toraktion hat, kann nur ein wirklich absichtliches Handspiel geahndet werden.“
In diesem speziellen Fall sei das Gegenteil der Fall gewesen: „Es ist klar zu erkennen, dass es sich nicht um ein absichtliches, sondern um ein fahrlässiges Handspiel handelte. Der Spieler legte sich den Ball nach links, wollte eigentlich rechts am Verteidiger vorbeigehen und traf ihn dabei versehentlich mit der Hand – sogar gegen seine eigene Laufrichtung.“
Gräfes Fazit fällt eindeutig aus: „Insofern war das niemals ein absichtliches Handspiel. Hätte die Szene im anderen Strafraum stattgefunden, wäre niemand auf die Idee gekommen, einen Elfmeter zu geben. Der Arm war nicht abgespreizt, es gab keine Vergrößerung der Körperfläche, und der Abstand war kurz. Das Tor hätte zählen müssen – Pech für die Eintracht“, so das Urteil von Gräfe. (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit FCBinside.de)