Kritik an FC Bayern: Didi Hamann äußert Bedenken zur Zukunft von Harry Kane

Kritik an FC Bayern: Didi Hamann äußert Bedenken zur Zukunft von Harry Kane

München – Die Verantwortlichen des FC Bayern München ziehen ernsthaft in Betracht, den Vertrag mit Superstar Harry Kane vorzeitig zu verlängern. Der 32-jährige Engländer zeigt seit Saisonbeginn herausragende Leistungen, doch FCB-Chefkritiker Didi Hamann kann diese Überlegungen nicht nachvollziehen und bezeichnet sie als „Irrsinn“. Diese Ansicht steht jedoch im Widerspruch zu den Meinungen vieler Fans und Experten.

Im „deutschen Klassiker“ gegen Borussia Dortmund war Kane erneut der herausragende Spieler auf dem Platz. Er erzielte das 1:0 mit einem Kopfball, agierte als Spielmacher mit präzisen Pässen und glänzte in der Schlussphase mit bemerkenswerten Defensivaktionen. Für viele ist der Engländer derzeit der beste und kompletteste Fußballspieler der Welt.

An der Säbener Straße sind alle – Bosse, Trainer und Mitspieler – von Kane begeistert. Seine Wirkung auf das Team, seine Führungsstärke und sein unermüdlicher Siegeswille machen ihn zur zentralen Figur der aktuellen bayerischen Dominanz, die sich in einem Europarekord von elf Pflichtspielsiegen zu Saisonbeginn widerspiegelt. Daher ist es nachvollziehbar, dass die FCB-Verantwortlichen ernsthafte Überlegungen zu einer vorzeitigen Vertragsverlängerung anstellen.

Kanes Vertrag läuft bis Sommer 2027 und enthält eine Ausstiegsklausel in Höhe von 65 Millionen Euro, die Ende Januar 2026 ausläuft. Bis dahin möchten Max Eberl und sein Team Gespräche mit dem „Alleskönner“ über seine Zukunft führen. Die Erfolgsaussichten scheinen vielversprechend, denn der Torschützenkönig der letzten beiden Bundesliga-Spielzeiten fühlt sich „extrem wohl“ in München und kann sich vorstellen, noch viele Jahre dort zu spielen.

Didi Hamann, der von 1989 bis 1998 für den FC Bayern spielte, kann die Überlegungen seines ehemaligen Vereins nicht nachvollziehen: „Das ist Irrsinn. Er wird 34 Jahre alt, wenn sein Vertrag ausläuft. Es ist nicht angemessen, jetzt einen Vertrag zu verlängern, der noch 20 Monate läuft“, erklärte der 52-Jährige in der Sendung Sky90. Er fügte hinzu: „Es wäre schon verrückt, über eine Vertragsverlängerung für einen Spieler nachzudenken, der bei Vertragsende 34 Jahre alt ist.“

Hamann äußerte zudem eine fragwürdige Forderung an Kane selbst: „Er spielt großartig, keine Frage. Aber die Bundesliga ist kein Maßstab. Er muss gegen die absoluten Top-Teams wie Arsenal oder PSG in der Champions League zeigen, was er kann.“

Mit dieser Aussage stellt der ehemalige deutsche Nationalspieler die internationale Klasse des englischen Teamkapitäns und Rekordtorschützen der Three Lions (76 Tore in 110 Länderspielen) in Frage. In seinen ersten beiden Spielzeiten beim FC Bayern wurde er einmal (2023/24) Torschützenkönig in der Champions League und einmal Dritter (2024/25) in dieser Wertung. Trotz des knappen Ausscheidens des FCB in den letzten beiden Jahren trugen seine Tore maßgeblich dazu bei. Zudem führte er seinen ehemaligen Verein Tottenham Hotspur 2019 ins CL-Finale.

Die Bundesliga, die zu den vier besten Ligen der Welt zählt, als „kein Maßstab“ zu verunglimpfen, ist für einen „Fußball-Experten“ unangemessen. Kein englischer Verein hat die Champions League häufiger gewonnen als der deutsche Rekordmeister, der sechsmal triumphierte. Außerdem scheinen, ähnlich wie bei Robert Lewandowski, auch bei Harry Kane die besten Karrierejahre nach dem 30. Lebensjahr zu kommen. Das Spielsystem bei Bayern passt ihm hervorragend. Lewandowski wechselte im Sommer 2022 im Alter von 34 Jahren gegen den Willen des FC Bayern für eine Ablösesumme von 50 Millionen Euro nach Barcelona und unterschrieb dort einen Vierjahresvertrag.

In England hofft man auf eine Rückkehr von Kane, der möglichst bald wieder in der Premier League spielen soll. Es wird als realistisch angesehen, dass der „Nationalheld“ bei einem Comeback im Jahr 2027 den Torrekord von Alan Shearer (260 Tore) brechen kann. Kane hatte die Liga vor zwei Jahren mit 213 Treffern verlassen. In München möchte man dieses Szenario aus guten Gründen verhindern, denn es wäre das Gegenteil von „irrsinnig“. Es wäre vielmehr irrational, dem Rat eines „Experten“ zu folgen, der bei den Bayern-Fans als unbeliebtester Ex-Spieler des Rekordmeisters gilt – und das mit einem riesigen Abstand.

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