Kritik an Werder Bremen und bevorstehendes Spiel gegen Köln
Torsten Frings äußert sich in seiner Kolumne "DeichBlick" zur Kritik von Mitchell Weiser an Werder Bremen, dem wichtigen Spiel gegen Köln sowie zu Victor Boniface.
Bremen – Ich schätze offene Worte, jedoch empfinde ich die Äußerungen von Mitchell Weiser als einen direkten Angriff auf die Vereinsführung des SV Werder Bremen. Solch ein Verhalten ist inakzeptabel.
Weiser hat mit seiner scharfen Kritik in einer Phase, in der die gesamte Mannschaft auf den Klassenerhalt fokussiert sein sollte, unnötige Unruhe gestiftet. Zwar sind seine Aussagen inhaltlich nachvollziehbar und verdienen Beachtung, jedoch sollten sie intern geklärt werden. Aktuell laufen Vertragsgespräche zwischen dem Spieler und dem Verein, was einen geeigneten Rahmen für solche Diskussionen geboten hätte. Letztlich helfen seine Äußerungen niemandem – weder dem Verein, noch der Mannschaft oder dem Spieler selbst.
Werder Bremen hat nun die Möglichkeit, mit einem Sieg gegen Köln einen direkten Konkurrenten in der Tabelle abzuschütteln. Dies wäre von großer Bedeutung und ist meiner Meinung nach durchaus machbar. In Köln herrscht aufgrund des Trainerwechsels Unruhe, und der letzte Sieg liegt bereits lange zurück. Diese Gelegenheit sollte Werder nutzen. Über das anschließende Nordderby gegen den HSV müssen wir gar nicht viel sagen – gegen den HSV muss man immer gewinnen, besonders im Abstiegskampf. Die Stimmung wird dann auf jeden Fall elektrisierend sein!
Die Hoffnung von Daniel Thioune, dass Victor Boniface möglicherweise doch noch zum entscheidenden Spieler wird, ist verständlich, aber auch bedauerlich. Bonifaces Verpflichtung war von Anfang an ein missverständliches Unterfangen. Es freut mich, dass er die Knie-Operation gut überstanden hat, jedoch ist es unprofessionell, in einem derart schlechten körperlichen Zustand aus der Reha zurückzukehren. Unter diesen Umständen wird er Werder Bremen nicht mehr helfen können.