Kritik von Peter Neururer an der WM-Auslosung 2026

Kritik von Peter Neururer an der WM-Auslosung 2026

Peter Neururer äußert erneut scharfe Kritik. Diesmal steht die Auslosung der WM 2026 im Mittelpunkt, und insbesondere deutsche Fußball-Experten kommen dabei schlecht weg.

Frankfurt – Die Bundesliga-Legende Peter Neururer hat die Auslosung für die Weltmeisterschaft 2026, die in den USA, Mexiko und Kanada stattfinden wird, am vergangenen Wochenende mit deutlichen Worten kritisiert. Der erfahrene Ex-Trainer zeigte sich „peinlich berührt“ von der Veranstaltung und wandte sich sowohl gegen die FIFA-Führung als auch gegen deutsche Fußball-Experten.

„Ich war peinlich berührt, ehrlich gesagt. Ich habe mich für den Fußball gefreut, aber was ich dann erlebt habe, war für mich oberpeinlich“, erklärte Neururer in einem Interview mit wettfreunde.net nach der Gruppenauslosung.

Besonders scharf kritisierte der 70-Jährige FIFA-Präsident Gianni Infantino und den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump: „Die Selbstinszenierung eines FIFA-Präsidenten in Verbindung mit einem geisteskranken US-Präsidenten ist einfach unglaublich. Dem wird eine Friedensmedaille überreicht, die er sich selbst ansteckt. Ein Preis wird erfunden, um sich gegenseitig Trinkgeld zu geben. Der Sport, der Fußball, wird dabei komplett in den Hintergrund gedrängt.“

Neururer empfindet die lange Wartezeit auf die eigentliche Auslosung als Zumutung: „Wenn ich anderthalb Stunden auf das Hauptevent warten muss und vorher nur Schwachsinn höre, ist das eine Selbstinszenierung von Menschen, die man fast schon als pathologisch kranken bezeichnen muss. Was in diesen Köpfen vorgeht, ist wirklich abscheulich.“

Deutliche Worte fand Neururer auch für deutsche Fachleute, die Deutschlands WM-Gruppe mit der Elfenbeinküste, Ecuador und Curacao als Glückslos bezeichneten: „Wenn ich die Reaktion einiger deutscher Fachleute höre, dass wir viel Glück mit unserer Gruppe hatten, dann haben sie wahrscheinlich im internationalen Fußball nicht mehr richtig aufgepasst.“

Insbesondere Ecuador sieht der Trainer-Veteran als ernstzunehmenden Gegner: „Ecuador hat drei oder vier wirklich herausragende Spieler, die in La Liga in Spanien und der Premier League für Furore sorgen. Sie wurden Zweiter in einer sehr starken Gruppe in Südamerika, hinter Argentinien. Tabellenplatz zwei ist kein Glückslos. Herzlichen Glückwunsch.“

Auch die Elfenbeinküste warnt Neururer, nicht zu unterschätzen: „Die Elfenbeinküste ist Afrikameister und hat einige hervorragende Spieler, die international bereits ihr Können unter Beweis gestellt haben.“ Trotz seiner Kritik sieht Neururer durchaus Chancen für die deutsche Nationalmannschaft.

„Wir haben natürlich die Möglichkeit, wenn alles gut läuft und Julian Nagelsmann eine Mannschaft zusammenstellt, die weiß, was sie leisten kann, dann haben wir auch die Chance, weiterzukommen. Gar keine Frage. Wir müssen uns nicht verstecken, aber ein Glückslos war es nicht“, so der Kulttrainer.

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