Leere Südkurve beim Champions-League-Spiel des FC Bayern

Leere Südkurve beim Champions-League-Spiel des FC Bayern

München – Ein ungewohnt stiller Anblick erwartete die Zuschauer in der Allianz Arena: Beim Champions-League-Heimspiel des FC Bayern München gegen den belgischen Meister Union Saint-Gilloise blieb die Südkurve leer. Eine UEFA-Strafe führte dazu, dass dort keine Fans anwesend sein durften, was ein sensibles Thema in den Fokus rückte, zu dem der Rekordmeister kurz vor dem Anpfiff keine Stellung beziehen wollte.

Auslöser der Sanktion war der massenhafte Einsatz von Pyrotechnik beim vorherigen CL-Heimspiel gegen Sporting Lissabon. Die UEFA hatte zunächst eine Sperrung der Blöcke 111 bis 114 angeordnet. Aufgrund technischer Gegebenheiten entschied sich der FC Bayern jedoch, die gesamte Südkurve zu schließen, wodurch insgesamt 9.336 Plätze unbesetzt blieben. Im Stadion war dennoch ein klares Zeichen zu sehen: „Wir sind immer hier – die Kurve, das sind wir“, war auf einem Banner zu lesen.

Auch in der TV-Übertragung von DAZN wurde die Situation thematisiert. Experte Michael Ballack bewertete die sportlichen Auswirkungen: „Grundsätzlich ist das, gerade bei einem Heimspiel, immer ein kleiner Nachteil. Bei einem anderen Gegner oder einem K.o.-Spiel wäre es sicherlich bitterer.“ Er betonte jedoch die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Klub und Fans.

Bemerkenswert war, dass sich die Vereinsführung vor dem Spiel nicht äußerte. In der Fernsehsendung wurde erklärt: „Wir hätten gerne mit einem Verantwortlichen der Bayern gesprochen und auch Jan-Christian Dreesen angefragt. Leider wurde uns das Interview abgesagt und es wurde kein Ersatz angeboten. Wir können das Thema heute nicht weiter vertiefen, da von den Bayern niemand mit uns sprechen möchte.“

In der aktiven Fanszene wurde derweil Kritik laut. Die Gruppe „Forza Bayern – Südkurve 1972“ äußerte in einer Stellungnahme, dass es sich um eine ungerechtfertigte Kollektivstrafe handle und warnte: „Ein solches Vorgehen ist ein beispielloser Präzedenzfall, der nicht unwidersprochen bleiben darf.“ Sie forderten den Verein auf, sich stärker für seine Fans und Mitglieder einzusetzen.

Trainer Vincent Kompany versuchte vor dem Anpfiff, versöhnliche Worte zu finden und den Fokus auf das Sportliche zu lenken. „Heute müssen es die anderen Fans übernehmen. Hoffentlich passiert das nicht zu oft. Wir haben großen Respekt vor der Rolle unserer Fans“, sagte der Bayern-Coach. Das Spiel gegen den amtierenden belgischen Meister gewannen die Bayern mit 2:0 – auch ohne die Unterstützung der Südkurve.

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