Lothar Matthäus äußert Kritik an Jamal Musiala vor der WM
München – Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus hat DFB-Dribbler Jamal Musiala kritisiert und äußert Zweifel an einer Leistungssteigerung des Spielers bei der bevorstehenden WM.
In den vergangenen fünf Tagen verbrachte Matthäus mit seiner Partnerin Theresa Sommer in den USA, um sich ein Bild vom aktuellen Zustand der deutschen Nationalmannschaft zu machen. Unter anderem besuchte er in Chicago die „DFB x Volkswagen Rooftop Night“ und war als RTL-Experte beim 2:1-Sieg der DFB-Elf gegen die USA im Soldier Field vor Ort.
„Ich bin froh, dass ich wieder in München bin. Hier bekommt man von der Weltmeisterschaft mehr mit als in den USA. Dort ist nur etwas los, wenn ein Spiel stattfindet. Das war schon alles ein bisschen komisch“, berichtete der 65-Jährige bei einem Event für Fanatics-Sammelkarten in der bayerischen Landeshauptstadt. Matthäus brachte nicht nur frische Eindrücke aus dem Gastgeberland der Weltmeisterschaft, sondern auch von den Nationalspielern mit.
Besonders besorgt zeigt sich der Weltmeister-Kapitän von 1990 über Jamal Musiala: „Er ist leider nicht in der Form, die ich mir wünsche und die ich kenne – und wie sie vor seiner schweren Verletzung war“, äußerte Matthäus seine ernüchternde Einschätzung. „Ich hoffe, dass er in den nächsten ein, zwei Wochen den Schritt macht. Ich glaube jedoch nicht, dass er es schaffen wird.“ Diese kritischen Worte sind für Matthäus, der ein großer Fan von Musiala ist, ungewöhnlich.
Matthäus setzt auch Hoffnungen in Leroy Sané, der nach der Verletzung von Lennart Karl plötzlich wieder in der Startelf steht: „Sané ist eine Wundertüte: Er ist schnell, kann dribbeln und Gegenspieler schwindelig spielen, sucht den Abschluss und erzielt Tore. Dann sieht man ihn aber auch wieder mit gesenkten Schultern – und er ist nicht präsent.“ Umso wichtiger wären magische Momente von Musiala.
Bundestrainer Julian Nagelsmann nahm Musiala und seinen kongenialen Offensivpartner Florian Wirtz nach dem 2:1 gegen die USA in Schutz: „Jamal tritt immer besser auf, Flo ist top drauf. Beide waren wochenlang verletzt oder gesundheitlich angeschlagen. Sie sind extrem wichtige Spieler.“ Dennoch bleibt die erhoffte Leistungssteigerung bisher aus.
Zu Musiala erklärte der Nationaltrainer konkret: „Klar, Jamal benötigt noch etwas Zeit, aber er hat ja noch eine Woche, und bis dahin wird er bei 100 Prozent sein. Ich finde, dass er heute schon viel besser die Situationen gelöst hat als gegen Finnland. Er hat zwei herausragende Pässe gespielt. Daher mache ich mir keine großen Sorgen.“