Lukas Podolski übernimmt Mehrheit am polnischen Traditionsklub Górnik Zabrze

Lukas Podolski übernimmt Mehrheit am polnischen Traditionsklub Górnik Zabrze

Lukas Podolski intensiviert sein Engagement in der polnischen Fußballliga: Der Weltmeister übernimmt die Mehrheit an seinem aktuellen Verein.

Zabrze – Lukas Podolski geht bei seinem Herzensverein ernsthaft voran. Der Weltmeister von 2014 erwirbt die Aktienmehrheit am polnischen Traditionsklub Górnik Zabrze und erweitert damit seine Rolle im Verein erheblich. Nachdem Podolski bereits Anteile an dem Klub hielt, gab der 40-Jährige nun bekannt: „Jetzt kaufe ich den Rest.“

Wie die Nachrichtenagentur PAP berichtet, stimmte der Stadtrat von Zabrze einstimmig dem Verkauf von 86 Prozent der Vereinsanteile an den ehemaligen Nationalspieler zu. Der Kaufvertrag soll am Donnerstag, dem 21. Mai, unterzeichnet werden, wobei der Verkaufspreis bei rund 940.000 Euro liegt. Darüber hinaus verpflichtet sich Podolski im Rahmen des Privatisierungsvertrags, den Klub in den kommenden Jahren mit nahezu drei Millionen Euro zu unterstützen. Bereits im Dezember 2025 war Podolski Anteilseigner des Klubs geworden.

Die Stadt Zabrze behält jedoch eine sogenannte „goldene Aktie“, um sicherzustellen, dass der Vereinsname und das Wappen dauerhaft erhalten bleiben. Viele Klubs in Polen sind kommunal verwaltet, ein Modell, das Podolski kritisch betrachtet. Am Rande einer Reise von NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst nach Kattowitz äußerte der frühere DFB-Star: „Meiner Meinung nach hat die Stadt eine andere Aufgabe: Man muss Spielplätze bauen, man muss etwas anderes machen, die Infrastruktur ausbauen, aber nicht einen Fußballverein managen.“

Für Podolski ist dieser Schritt vor allem eine Herzensangelegenheit. „Bevor der Verein in andere Hände kommt, habe ich gesagt: Lieber kommt er in gute Hände, zu mir“, erklärte er. Die Verbindung zwischen dem Offensivspieler und Górnik geht mittlerweile weit über den Fußball hinaus, was sich auch nach dem jüngsten Pokalsieg zeigte. Mit einem 2:0-Erfolg gegen Raków Częstochowa gewann der Klub erstmals seit 54 Jahren wieder den polnischen Pokal.

Podolski wurde im Finale eingewechselt und sorgte nach dem Abpfiff für emotionale Momente, als er die Vereinsikone Stanisław Oślizło zur Siegerehrung auf den Rasen holte. Gemeinsam hoben beide den Pokal vor den jubelnden Fans in die Höhe. Trotz seines neuen Einflusses sieht sich Podolski nicht als klassischer Investor.

„Einer von den Fans. Einer, der die Sprache und Stimme der Fans hat. Fußball gehört immer wieder den Fans. Ich will den Verein weiter nach vorn bringen“, sagte er nach dem Spiel. Seine Zukunft als Spieler bleibt hingegen ungewiss, da sein Vertrag nach der Saison ausläuft. „Mal sehen, ist noch in den Planungen, wie es weitergeht für mich“, erklärte Podolski.

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