Lula kritisiert Neymar während der WM 2026
Während Brasilien bei der WM 2026 bislang nicht überzeugen konnte, äußerte Präsident Lula Kritik an Superstar Neymar.
Brasilia – Neymar, einer der bekanntesten Fußballer der Welt, spielt bisher keine Rolle in der WM. Der brasilianische Superstar leidet an einer Wadenverletzung und war weder im enttäuschenden 1:1 gegen Marokko noch im 3:0-Sieg über Haiti auf dem Platz. Diese Situation blieb auch dem brasilianischen Staatsoberhaupt nicht verborgen, das die Gelegenheit für einen scharfen Seitenhieb nutzte.
Bei einer Veranstaltung in einem Krankenhaus in Belo Horizonte sprach Präsident Luiz Inácio Lula da Silva über den verletzten Star, nachdem ein Junge dessen Namen erwähnt hatte. Lula zögerte nicht: „Neymar ist der erste Spieler der Welt, der in die Nationalmannschaft berufen wird, um im Homeoffice zu arbeiten.“ Kurz darauf fügte er hinzu: „Neymar? Er spielt ja nicht einmal!“ Das Publikum lachte, doch hinter dem Scherz steckt eine ernsthafte Frage.
Die Geduld der Brasilianer mit ihrem Rekordtorschützen schwindet. Beim Auftaktspiel gegen Marokko saß Neymar nur auf der Bank, und auch im zweiten Gruppenspiel gegen Haiti fehlte er verletzungsbedingt. Am Mittwoch trainierte er zunächst mit der Mannschaft, brach jedoch kurz darauf das Aufwärmprogramm ab und trainierte abseits der Gruppe. Dieses Bild bereitet vielen Sorgen.
Das letzte Länderspiel von Neymar liegt mittlerweile fast drei Jahre zurück, es fand am 18. Oktober 2023 statt. Seitdem folgte eine Verletzung auf die andere, und sein Karriereweg entwickelte sich zu einem Leidensweg, selbst nach seiner Rückkehr zu seinem Heimatverein. Dennoch nahm ihn der brasilianische Nationaltrainer Carlo Ancelotti in den WM-Kader auf, in der Hoffnung, dass er im Verlauf des Turniers noch eine Rolle spielen kann. Ob diese Hoffnung berechtigt ist, bleibt abzuwarten.
Lulas Äußerungen mögen als lockerer Scherz verpackt gewesen sein, treffen jedoch einen wunden Punkt. Brasilien, das bei dieser WM bislang nicht überzeugen konnte, benötigt Antworten, und viele Fans hoffen, dass Neymar diese liefern wird. Doch mit jedem Tag, den er nicht auf dem Platz verbringt, wächst die Skepsis. Das Homeoffice, so scheint es, könnte für den 34-Jährigen noch eine Weile andauern.