Manipulationsvorwurf bei der Auslosung des rumänischen Pokals

Manipulationsvorwurf bei der Auslosung des rumänischen Pokals

Bei der Auslosung der vierten Runde des rumänischen Pokalwettbewerbs kam es zu Vorfällen, die den Anschein von Manipulation erwecken. Der rumänische Fußballverband hat sich hierzu geäußert.

Bukarest – Am Dienstag, dem 19. August, sorgte die Auslosung des Cupa Romaniei für Aufregung. Videos deuten darauf hin, dass Gabriel Bodescu, der Generalsekretär des rumänischen Fußballverbands (FRF), die Auslosung möglicherweise manipuliert hat. Dies betrifft die erste gezogene Partie der 4. Runde, in der der Zweitligist Corvinul Hunedoara auf den Erstligisten FCV Farul Constanța trifft.

Bodescu war für den Lostopf 2 verantwortlich, der die 24 Teams umfasste, die in der vorherigen Runde gewonnen hatten. In der 4. Runde können diese Teams erstmals auf acht Mannschaften aus der ersten Liga treffen. Dies bedeutet, dass die ersten acht Vereine, die aus Lostopf 2 gezogen werden, gegen einen Erstligisten antreten müssen, was sie vor einen stärkeren Gegner stellt. Dass Corvinul Hunedoara darunter ist, könnte auf eine bewusste Handlung Bodescus hindeuten.

Der Ablauf der Pokal-Auslosung, die vom Verband live auf YouTube und Facebook gestreamt wurde, wirkte bereits von sich aus etwas merkwürdig und ist so nicht bei der DFB-Pokal-Auslosung zu beobachten. Zunächst sahen die Zuschauer, wie Bodescu und Mihai Andries, ein weiterer Vertreter des Verbands, die Zettel mit den Vereinsnamen sorgfältig in die Lostöpfe legten. Schließlich wurde Corvinul Hunedoara behandelt.

Bodescu hielt den Zettel in die Kamera, legte ihn in die Kugel, verschloss diese und platzierte sie schließlich gut sichtbar auf dem Stapel der anderen Kugeln im überfüllten Lostopf 2. Nachdem Andries aus dem Lostopf der Erstligisten den vermeintlich stärksten Verein Farul Constanța gezogen hatte, war Bodescu erneut an der Reihe. Er machte sich jedoch nicht die Mühe, den Anschein zu erwecken, die Kugeln zu mischen.

Gezielt griff Bodescu mit der rechten Hand nach der gerade erst hingelegten Kugel, übergab sie in die linke Hand und behielt sie bis zum Schluss dort, während er mit der rechten Hand weiterhin im Lostopf herumfuhrwerkelt. Schließlich zog er seine linke Hand mit der Kugel aus dem Topf und präsentierte den Inhalt der Kamera: Corvinul Hunedoara.

In Rumänien dauerte es nicht lange, bis das Video viral ging und sowohl auf Online-Portalen als auch in sozialen Medien geteilt wurde. Als erste Reaktion löschte der rumänische Fußballverband die Re-Live-Videos der Auslosung von seinen YouTube- und Facebook-Seiten, doch der Schaden war bereits angerichtet. Später veröffentlichte der Verband eine Pressemitteilung, in der die Vorwürfe der Manipulation zurückgewiesen wurden.

In der Mitteilung erklärte die FRF, dass sie „die Situation klären“ wolle und räumte ein, dass die Größe der für die Auslosung verwendeten Urne kleiner war, als es ideal gewesen wäre, um ein besseres Mischen der Kugeln zu gewährleisten. Allerdings habe dies „keinerlei Auswirkungen auf die Fairness des Verfahrens“ gehabt, und man wies die Vorwürfe zurück, die eine Bevorzugung oder Absprache bei der Auslosung unterstellen.

Topics

Related news