Manuel Gräfe kritisiert Schiedsrichterentscheidungen nach Bayerns CL-Aus

Manuel Gräfe kritisiert Schiedsrichterentscheidungen nach Bayerns CL-Aus

Ex-Schiedsrichter Manuel Gräfe äußert sich nach dem Ausscheiden des FC Bayern München aus der Champions League gegen Paris Saint-Germain (PSG) in deutlichen Worten. Besonders der nicht gegebene Elfmeter für die Münchner sorgt für seinen Unmut.

In einem spannenden Halbfinale musste Bayern nach einem 4:5 im Hinspiel in Paris im Rückspiel in der heimischen Allianz Arena mit einem 1:1 leben. Während die Pariser somit das Ticket für das Endspiel am 30. Mai in Budapest lösen konnten, hadert der Rekordmeister insbesondere mit einigen Entscheidungen des Schiedsrichters João Pinheiro.

Gräfe, der lange Zeit als Top-Unparteiischer tätig war, äußerte bereits während des Spiels bei Bild seinen Unmut: „Das ist alles nur noch eine Farce“, so der 52-Jährige. Im Mittelpunkt seiner Kritik steht ein Handspiel von PSG-Star João Neves im eigenen Strafraum. Nach einer Klärungsaktion von Teamkollege Vitinha sprang der Ball an den abgespreizten Arm von Neves, doch Schiedsrichter Pinheiro ließ weiterspielen, und der VAR griff nicht ein.

Bei Bild wurde Gräfe noch deutlicher und erklärte, warum diese Szene seiner Meinung nach zwingend hätte geahndet werden müssen: „Der Arm geht erst, nachdem der Ball geschlagen wurde, hoch auf Schulterhöhe und blockt den Ball. Wenn ich absichtlich den Arm in die Flugbahn bringe, ist das strafbar.“ Den Hinweis auf die Regel, dass ein vom Mitspieler angeschossener Ball aus dem Strafraum heraus kein Vergehen sein könne, ließ er in diesem speziellen Fall nicht gelten.

„Dazu muss der Arm vorher schon in dieser Position sein und nicht noch absichtlich in die Flugbahn geführt werden“, argumentierte Gräfe weiter. Ansonsten könne man „jedes Handspiel dieser Welt damit rechtfertigen“. Besonders brisant ist seine Feststellung, dass selbst die PSG-Spieler rund um Neves den Elfmeter akzeptiert hätten – „man sieht es an seinem Verhalten danach.“

Nach dem Spiel ergänzte Gräfe auf X: „So schon 100-prozentig Elfmeter, aber erst recht im Kontext des Hinspiels – Wahnsinn!“ Im Hinspiel hatten die Münchner nämlich einen bitteren Elfmeterpfiff gegen sich erhalten, als der Ball unglücklich vom Bauch von Alphonso Davies an den Arm sprang. Gräfe sah auch hier eine klare Fehlentscheidung.

Sein Fazit ist ein Appell an den Fußball selbst: „Man macht es sich unnötig kompliziert.“ Die Schiedsrichter erhielten keine klaren Anweisungen – und genau das sei das eigentliche Problem. „Da versteht man die Welt nicht mehr!“ Auch DAZN-Experte Michael Ballack äußerte sich kritisch und sprach von einer „Riesen-Fehlentscheidung“.

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