Manuel Neuer bereitet sich auf sein Comeback in der Nationalmannschaft vor

Manuel Neuer bereitet sich auf sein Comeback in der Nationalmannschaft vor

Manuel Neuer steht vor seinem Comeback in der deutschen Nationalmannschaft, das erste seit dem Ausscheiden bei der EM 2024. Der Torhüter zeigt sich laut DFB-Sportdirektor Rudi Völler "angespannt", strahlt jedoch auch Ruhe aus.

Das bevorstehende Spiel gegen den WM-Neuling Curacao könnte zwar nicht entscheidend für den Ausgang des Turniers sein, dennoch ist Neuers Rückkehr eine der spannendsten Personalien im deutschen Team. Während Lionel Messi mit Argentinien zum sechsten Mal und Cristiano Ronaldo mit Portugal zum fünften Mal antritt, wird Neuer sein fünftes WM-Turnier bestreiten.

Obwohl die Offensivstars Messi und Ronaldo weiterhin auf höchstem Niveau spielen, war Neuers Rücktritt nach der EM 2024, den er via Videobotschaft ankündigte, von einem Gefühl der Unsicherheit geprägt. Es schien, als wolle er einer gesellschaftlichen Erwartung gerecht werden, da ein Heim-Turnier oft als Abschluss eines Sportlerzyklus betrachtet wird. Zudem war er nicht mehr unumstritten, und Marc-André ter Stegen hatte nach Jahren als Nummer zwei die erste Position in der Nachfolge erhalten.

Die Situation entwickelte sich jedoch anders: Ter Stegen verletzte sich mehrfach schwer, und Oliver Baumann übernahm die Rolle des neuen Nummer Eins. Obwohl Baumann solide Leistungen zeigte, war es überraschend, dass Neuer mit 40 Jahren zurückkehrte. Dies geschah auch vor dem Hintergrund, dass seine herausragenden Leistungen, wie im Champions-League-Spiel gegen Real Madrid, in den Vordergrund rückten, während man über seine Fehler im Rückspiel hinweg sah.

Neuers letztes Spiel fand am 16. Mai statt, als er sich im Bundesligaspiel zwischen dem FC Bayern und Köln ohne erkennbaren Grund an der Wade verletzte. Er verpasste daraufhin das Pokalfinale und zwei Testländerspiele. Sein letzter Einsatz für die Nationalmannschaft datiert somit auf das EM-Viertelfinale gegen Spanien am 5. Juli 2024. In der aktuellen Nationalmannschaft ist Neuer quasi ein Neuling, auch wenn viele Spieler von Bayern München ihn gut kennen.

Assan Ouedraogo, 20 Jahre alt, teilt mit Neuer die Herkunft und Ausbildung, hat jedoch anfangs Respekt vor der Doppelgeneration: "Jedem ist bewusst, dass er der beste Torwart aller Zeiten ist," sagt der Leipziger. Nathaniel Brown, 22, der erst nach Neuers Rücktritt ins Team kam, bestätigt, dass man nicht einfach mit ihm reden kann.

Jonathan Tah, 30 Jahre alt, kann die Vorbehalte der jüngeren Spieler nachvollziehen. Er erinnert sich daran, dass Neuer bereits im Tor stand, als er die Nationalmannschaft noch im Fernsehen verfolgte. Aus dieser langen Karriere und den zahlreichen Erfolgen resultiert eine besondere Aura. "Einen gewissen Respekt sollte man vor ihm haben," rät Tah, "aber nach dem ersten Gespräch merkt man, dass man keine Angst vor ihm haben muss."

Wie fit Manuel Neuer tatsächlich ist, bleibt abzuwarten. Während der Trainingswoche in Winston-Salem blieben wesentliche Teile des Trainings geheim, und am Donnerstag fand lediglich eine Reha-Einheit im Hotel statt. Neuers Comeback, falls es am Sonntag stattfindet, wird daher eine Art Kaltstart darstellen.

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