Manuel Neuer: Comeback im DFB-Tor möglich?

Manuel Neuer: Comeback im DFB-Tor möglich?

Kehrt Manuel Neuer im Hinblick auf die Weltmeisterschaft ins DFB-Tor zurück? Der ehemalige Nationalspieler Thomas Strunz hält dies für möglich.

Frankfurt/München – Mit glänzenden Paraden, souveräner Ausstrahlung und Weltklasse-Reflexen präsentierte sich Manuel Neuer im Supercup gegen den VfB Stuttgart eindrucksvoll. Der 39-jährige Kapitän des FC Bayern bewies, dass er noch lange nicht zum alten Eisen gehört.

Auf die Frage von Sat.1 nach einem möglichen Comeback in der Nationalmannschaft reagierte der Weltmeister von 2014 jedoch ausweichend: „Nein, ich denke an unsere Mannschaft, an den FC Bayern.“ Eine diplomatische Antwort – oder steckt mehr dahinter?

Thomas Strunz sieht die Situation anders. Im Gespräch mit Absolut Fussball, dem Fußball-Portal von Home of Sports, betont der 57-Jährige: „Manuel ist auf jeden Fall nach wie vor einer der besten Torhüter Europas, da braucht man gar nicht drüber zu diskutieren.“ Strunz kritisierte zudem Uli Hoeneß.

Seine Argumentation ist einfach und überzeugend: „Er hätte keine Anpassungsprobleme und müsste nicht noch sechs Länderspiele absolvieren, um sich auf den Druck einer Weltmeisterschaft vorzubereiten.“ Tatsächlich spricht einiges für Strunz‘ gewagte These.

Neuer absolvierte eine „vernünftige Vorbereitung“ und zeigte sich „im Supercup wirklich ganz hervorragend“, wie der ehemalige Bayern-Profi und Europameister von 1996 hervorhebt. Nach verletzungsgeplagten Jahren scheint der Routinier endlich wieder in alter Frische zu sein.

Doch warum sollte Julian Nagelsmann überhaupt über ein Comeback von Neuer nachdenken? Die Antwort findet sich in Barcelona: Marc-André ter Stegen, der nach Neuers Rücktritt als Deutschlands Nummer eins galt, steckt in einer Krise. Nach einer Rückenoperation im Juli wird der 33-Jährige bis zum Jahresende ausfallen. Schlimmer noch: Barcelona verpflichtete für 25 Millionen Euro das Torwarttalent Joan García – ein klares Signal, dass ter Stegens Stammplatz wackelt.

„Bei der Personalie Marc-André ter Stegen ist alles noch in der Schwebe: A) seine Verletzung, B) der Umgang in Barcelona“, analysiert Strunz die prekäre Situation. Nagelsmanns klare Ansage verschärft die Lage: „Am Ende ist er unsere Nummer eins, wenn er gesund und im Verein die Nummer eins ist.“ Beide Bedingungen sind derzeit nicht erfüllt.

Eine der Alternativen könnte Oliver Baumann von der TSG Hoffenheim sein. Doch auch hier gibt es Unsicherheiten. „Wir wissen nicht, wie Oliver Baumann in der Saison bei Hoffenheim spielt“, gibt Strunz zu bedenken. Der 35-Jährige ist zwar solide, aber bei einer WM ungetestet. Ein Risiko, das sich Nagelsmann kaum leisten kann.

Hier kommt Neuer ins Spiel. Mit 124 Länderspielen, dem Titel des Weltmeisters und zwei Champions-League-Siegen spricht seine Vita für sich. „Warum sollte Julian Nagelsmann ausschließen, dass es eine Rückkehr geben kann?“, fragt Strunz provokant. Eine berechtigte Frage, die in den kommenden Monaten an Brisanz gewinnen dürfte.

„Es ist zwar noch zu früh, darüber zu sprechen, aber er ist sicherlich eine Option, wenn er fit ist“, resümiert Strunz vorsichtig. Bis zur WM in den USA, Kanada und Mexiko sind es noch rund zehn Monate – genug Zeit für überraschende Wendungen in beide Richtungen.

Die entscheidende Frage bleibt: Würde sich Neuer überhaupt auf ein Comeback einlassen? Seine ausweichende Antwort nach dem Supercup lässt Raum für Spekulationen. Vielleicht denkt der Perfektionist längst weiter, als er öffentlich zugibt – und orientiert sich dabei an Toni Kroos.

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