Manuel Neuer lässt Zukunft nach Champions-League-Aus offen

Manuel Neuer lässt Zukunft nach Champions-League-Aus offen

Kapitän Manuel Neuer hält seine Zukunft nach dem enttäuschenden Halbfinal-Aus des FC Bayern in der Champions League gegen PSG weiterhin offen.

München – Die emotionalen Achterbahnfahrten während eines Champions-League-Halbfinals sind für die Ehefrauen der Torhüter oft eine besondere Herausforderung. Dies wurde am Mittwoch besonders deutlich, als Anika Neuer während des Spiels gegen PSG (1:1) immer wieder aufsprang, ihren Unmut über den Schiedsrichter zeigte, sich den Gesängen der Fans anschloss, frustriert klatschte und tief durchatmete.

Doch sechsmal konnte sie ihrem Ehemann auch jubeln. Der 40-jährige Neuer war gegen den Sturm von PSG zur Stelle und hielt sein Team im Spiel – teils mit Weltklasse-Paraden, jedoch letztlich vergebens.

Nach dem Ausscheiden war der Kapitän entsprechend niedergeschlagen, als er vor die Mikrofone trat. Die Situation war zwar eine andere als nach der 5:4-Niederlage in Paris, bei der Neuer fünf Gegentore kassiert, aber keine Parade gezeigt hatte. Dennoch müssen auch erfahrene Spieler und zweifache Triplesieger wie Neuer solche bitteren Momente erst verarbeiten.

Auf die Frage, ob der Abend ein geeigneter Zeitpunkt für eine Entscheidung über seine Zukunft sei, antwortete Neuer prompt: „Das ist nicht der richtige Abend.“ Auf die Nachfrage nach dem Besuch seines Beraters Thomas Kroth in der vergangenen Woche an der Säbener Straße entgegnete Neuer: „Wir kennen uns über die Jahre. Ich bin seit 2011 hier. Da kann man auch mal einen Kaffee trinken.“

Ein Scherz, über den niemand wirklich lachte, doch er passte gut zur gemeinsamen Schweigetaktik von Neuer und dem Verein. Max Eberl hatte letzte Woche erwähnt, dass Kroth „Tickets für Paris“ besorgt habe: „Also wird er im Stadion sein.“ So konnte auch Neuer-Berater Kroth sehen, dass sein Klient nach wie vor in Topform ist. Bereits in der ersten Halbzeit zeigte Neuer seine Schnelligkeit gegen Neves und parierte später Schüsse von Doué (56./64.) und Kvaratskhelia (57.). „Das Gute“, sagte Neuer, „war, dass das Gegentor früh fiel. Wir hatten genug Zeit, einen Schlüsselmoment zu kreieren.“

Doch die Sicherheit, die Neuer in der Defensive ausstrahlte, fehlte in der Offensive. Für 2027 steht ein neuer Anlauf an. Wird Neuer Teil davon sein? Die Tendenz spricht mittlerweile klar für eine Vertragsverlängerung. Ein finales Angebot soll es bislang zwar nicht gegeben haben, jedoch sind die wesentlichen Rahmenbedingungen bereits geklärt. Der nächste Kaffee steht bald an, und bis dahin kann Anika Neuer durchatmen.

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