Manuel Neuer: Mentale Herausforderungen und kritische Analyse vor K.o.-Phase der WM 2026
Manuel Neuer konnte bislang bei der WM 2026 nicht überzeugen. Helge Payer, der ehemalige Nationaltorwart Österreichs, sieht bei dem DFB-Keeper mentale Probleme.
München – Nach fast zwei Jahren Abwesenheit kehrte Manuel Neuer für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 ins deutsche Tor zurück. Der Weltmeister von 2014 setzte sich gegen Oliver Baumann durch und wurde nach einer starken Saison bei Bayern München zum klaren Favoriten im Turnier. Doch die Leistungen in der Vorrunde waren ernüchternd: Neuer konnte sich kaum auszeichnen, kassierte in drei Spielen vier Gegentore und wirkte zuletzt beim entscheidenden Gegentreffer zur 1:2-Niederlage gegen Ecuador unglücklich.
Vor dem Beginn der K.o.-Phase, in der Deutschland gegen Paraguay antreten muss, analysiert Helge Payer, der 20 Länderspiele für Österreich bestritt und heute als Mentalcoach tätig ist, die Situation rund um Manuel Neuer. Payer äußert deutliche Kritik und sieht den 40-Jährigen mental angeschlagen.
„Die Diskussion um Baumann hat sich so stark in Neuers Torwartpsychologie verankert, dass ihm die Ausstrahlung fehlt“, erklärt der 46-jährige ORF-Experte im Interview mit Wettbasis.com. Neuers Verhalten in Interviews ist auffällig verändert; er wirkt „sehr verlegen“ und kompensiert Fragen oft mit einem Lächeln, „was in dieser Situation unangebracht ist“.
Payer kritisiert die Entscheidung des DFB, Manuel Neuer kurz vor der WM zurückzuholen und Oliver Baumann zu degradieren. „Mit 40 Jahren zu sagen, nach dem guten Spiel gegen Real Madrid, das war der Auslöser, und das auf die Weltmeisterschaft zu projizieren, war ein Fehler“, so der ehemalige ÖFB-Star.
Die Folgen für Neuer und die gesamte Mannschaft seien gravierend: „Einen Baumann abzulehnen, der mit einer Berücksichtigung gerechnet hat, bringt zusätzlichen psychologischen Druck. Das kostet Deutschland Ausstrahlung und Leistung. Es war eine Katastrophe.“ Dennoch betont Payer, dass Neuers Legendenstatus unabhängig von seinen WM-Leistungen unberührt bleibt: „Er hat das Torwartspiel wie nur wenige vor ihm verändert.“
Neben Neuer nimmt Payer auch Julian Nagelsmann ins Visier: „Er ist ein absoluter Weltklasse-Trainer, aber es gibt Egothemen“, erklärt Payer. Die Kommunikation sei „nicht optimal“. Nagelsmann befinde sich im „klassischen beleidigt-Modus“ und rechtfertige negative Erfahrungen oft mit externen Gründen. „Wenn er sich mal hinstellen und sagen würde: ‚Hey, vielleicht habe ich einen Fehler gemacht‘, wäre alles erledigt.“