Manuel Neuer weicht Schuldzuweisungen nach Ecuador-Niederlage aus

Manuel Neuer weicht Schuldzuweisungen nach Ecuador-Niederlage aus

Manuel Neuer hat nach der 1:2-Niederlage gegen Ecuador eine entscheidende Fehlentscheidung getroffen, weist jedoch jegliche Schuld von sich. Dennoch erhält der Torhüter Rückendeckung von verschiedenen Seiten.

East Rutherford – Nach dem Schlusspfiff konnte Manuel Neuer, trotz der Niederlage, wieder lächeln. Der deutsche Nationaltorhüter war nach Wochen endlich wieder mit seinem Sohn Luca (2) vereint. Am Donnerstagabend, als die Mannschaft am Smith Reynolds Airport in Winston-Salem landete, trug Neuer seinen Sprössling liebevoll die Gangway hinunter, begleitet von seiner Frau Anika und seiner Mutter Marita.

Weniger erfreulich reagierte der 40-Jährige auf Nachfragen zu seinem vermeintlichen Patzer, der zum entscheidenden Tor für Ecuador führte. In den Katakomben des MetLife Stadiums wurde Neuer gefragt, ob er das letzte Gegentor auf seine Kappe nehme.

„Nein“, antwortete der Torhüter prompt und erläuterte seine Sichtweise: „Das ist eine ganz normale Situation. Jeder Torwart, der schon einmal gespielt hat, weiß, dass ich mich so zu dem Ball hinstellen muss. Das ist wie, wenn ein Spieler zum Ball geht, und der eine kommt halt eine Fußspitze vor dem anderen dran. Ich schaue natürlich auf die Verlängerung, auf das, was vorn passiert.“

Einmal im Selbstverteidigungsmodus, führte Neuer sein Plädoyer ausführlich aus: „Ich muss auf das schauen, was vor mir passiert, wo der Ball ist und was mit dem Ball passiert. Deswegen wollte ich ihn einfach nur fangen, das war die sicherste Lösung. Wenn ich anfange, im Fünfer auf Brustwarzenhöhe die Bälle rumzupatschen, dann wäre es möglicherweise ein Eigentor gewesen, also auf gar keinen Fall.“ Die Entscheidung treffe er innerhalb von einer Millisekunde. Neuer plädiert ganz klar auf: unschuldig!

Rückendeckung erhält der mehrmalige Welttorhüter sowohl von ARD-Experte und Weltmeister-Kollege Bastian Schweinsteiger, der sagte: „Es ist extrem schwer für den Torwart, da zu reagieren. Wenn so viele Spieler vor dem Torwart sind, kannst du wenig machen“, als auch von Bundestrainer Julian Nagelsmann, der anmerkte: „Es ist wieder extrem ärgerlich für Manu, dass er so die Winner-Aktion leider noch nicht hatte. Die Abschlüsse waren alle eklig.“

Kapitän Joshua Kimmich hingegen ist froh, wenn Neuer keine entscheidenden Aktionen leisten muss: „Mir ist es eigentlich immer recht, wenn der Manu sich nicht auszeichnen muss. Dann haben wir gut verteidigt.“ Dies stellt einen klaren Arbeitsauftrag für das bevorstehende Sechzehntelfinale dar.

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