Marie-Louise Eta bleibt bis Saisonende Trainerin von Union Berlin
Marie-Louise Eta wird bis zum Ende der Saison Trainerin von Union Berlin. Felix Magath äußerte sein Unverständnis über diese Entscheidung, während Eta selbstbewusst reagiert.
Berlin – Am 18. April schrieb Marie-Louise Eta Bundesliga-Geschichte, als sie nach der Entlassung von Steffen Baumgart als Nachfolgerin von Union Berlin berufen wurde. Ihr Engagement gilt zunächst bis zum Ende dieser Saison, da sie anschließend das Frauenteam der Eisernen übernehmen wird. Im Heimspiel gegen Wolfsburg musste die Mannschaft eine 1:2-Niederlage hinnehmen. Ob Felix Magath die neue Trainerin für diese Niederlage verantwortlich macht, bleibt fraglich. Ihr Engagement überraschte den ehemaligen Meistertrainer jedenfalls sehr.
„Ich halte es grundsätzlich für fahrlässig oder vielleicht sogar verantwortungslos, einer U19-Trainerin eine Bundesligamannschaft zu übergeben“, kritisierte Magath in der Sendung Sky90. „Die Fußball-Bundesliga ist etwas anderes als der U19-Wettkampf. Daher sind Personen, die bislang nur im U19-Bereich tätig waren, mit dem Bundesliga-Fußball überfordert.“
Auf der Pressekonferenz vor dem Spiel von Union gegen RB Leipzig am 24. April wurde Eta auf die kritischen Äußerungen von Magath angesprochen. „Es gibt immer Meinungen von außen, und das ist auch völlig in Ordnung“, antwortete sie gelassen. Sie wolle sich nicht zu sehr mit den Aussagen der Trainer-Legende beschäftigen, sondern lieber auf ihre eigene Arbeit fokussieren.
„Ich bin grundsätzlich froh, dass mir hier die Aufgabe anvertraut wurde.“ Einen kleinen Seitenhieb in Richtung Magath konnte sie sich jedoch nicht verkneifen: „Ich war schon einmal dabei, als wir vor zwei Jahren den Klassenerhalt sicherten.“ Hat Magath etwa vergessen, dass Eta in der Saison 2023/24 als Co-Trainerin bei den Profis half und den Klassenerhalt in letzter Minute feierte?
Im Mai 2026 möchte Eta ebenfalls feiern. „Ich kenne viele im Verein, die Mannschaft, die Jungs, das Trainerteam, und bin überzeugt, dass wir den eingeschlagenen Weg gemeinsam erfolgreich gestalten können. Am Ende geht es nicht um mich, sondern darum, die entscheidenden Punkte zu holen.“
Die Ausgangsposition im Abstiegskampf ist derzeit nicht schlecht, sodass Eta berechtigte Hoffnungen auf eine baldige Feier mit den Fans hat. Ob Felix Magath am Ende ebenfalls für die 34-Jährige jubelt, dürfte ihr relativ egal sein: „Die Meinungen von außen kann jeder äußern. Aber es geht jetzt darum, was hier tagtäglich passiert.“
Ihr Selbstbewusstsein hat Eta ihrer Kindheit zu verdanken. „Ich habe im Laufe der Jahre ein dickes Fell entwickelt. Ich kann mich wehren, ich kann ignorieren und ich kann zurückschreien. Es ist nicht alles eine Frage des Geschlechts“, erinnert sie sich im Interview mit der ZEIT. Sie möchte als Trainerin überzeugen, und zwar nicht nur, weil sie eine Frau ist.