Matthäus kritisiert DFB-Team nach WM-Aus
Das enttäuschende Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2026 hat tiefe Spuren hinterlassen. Lothar Matthäus äußert sich in seiner Kolumne im "Bild" sehr kritisch über das DFB-Team.
In München ist seit dem frühen Aus im Sechzehntelfinale einige Zeit vergangen. Während Spanien sich zum verdienten Weltmeister krönte, versucht der Deutsche Fußball-Bund (DFB) nun, die Wunden zu heilen. Bundestrainer Julian Nagelsmann trat zurück, und Jürgen Klopp wird als möglicher Nachfolger gehandelt. Matthäus, der deutsche Rekord-Nationalspieler, findet kaum die richtigen Worte für die missratene WM, doch sein Urteil ist eindeutig.
In seiner Kolumne lässt er kein gutes Haar am DFB-Team: „Italien war für mich die größte Blamage, weil sie gar nicht dabei waren bei 48 Teilnehmern. Aber Deutschland kommt gleich danach, weil sie es wieder einmal nicht geschafft haben, die Qualität, die in unseren Spielern steckt, auf den Platz zu bringen“, stellt er fest.
Er führt weiter aus: „Spielerisch hat die Nationalmannschaft nicht überzeugt gegen die Elfenbeinküste, nicht gegen Ecuador und auch nicht gegen Paraguay. Das einzige Spiel, in dem sie besser war, war gegen Curacao. Diese waren im ersten Spiel jedoch sehr naiv, weil sie mitspielen wollten. Hätten sie ein Bollwerk aufgebaut wie in den folgenden beiden Partien, hätten wir auch da schon Probleme gehabt. Es wäre vielleicht besser gewesen, wenn uns gleich die Augen geöffnet worden wären.“
Matthäus sieht die Gründe für das Scheitern nicht nur im sportlichen Bereich. „Wenn man bedenkt, dass andere kämpferisch und läuferisch überlegen waren, dann ist das auch eine Frage von Mentalität und Einstellung. Es ist für mich nach wie vor unbegreiflich, dass man mit diesen Spielern so früh nach Hause fährt. Die Wahrheit ist: Deutschland war schlechter als beim Vorrunden-Aus 2018 und auch 2022. Spielerisch war es die schlechteste der drei letzten Weltmeisterschaften.“
Besonders ärgert ihn die Tatsache, dass sich die deutsche Mannschaft seit 2022 verschlechtert hat. Während Spanien einen bemerkenswerten Fortschritt gemacht hat, hat das DFB-Team stagnierte. „In unserem aktuellen WM-Kader standen noch neun Profis, die 2022 schon dabei waren. Fortschritt? Gleich null! Obwohl der junge Ex-Bundestrainer Julian Nagelsmann viele Fehler gemacht hat, lag es nicht allein an ihm.“
Der Weltmeister von 1990 zieht eine überraschende Parallele: „Fakt ist, wir haben diese Weltmeisterschaft weggeworfen. So wie wir es schon 1994 in den USA gemacht haben, als ich selbst noch spielte. Es waren größtenteils die gleichen Fehler und Probleme. Das irritiert und ärgert mich.“ Ob die kommenden Turniere besser werden? Nicht nur Lothar Matthäus würde es begrüßen.