Matthias Sammer kritisiert Nagelsmanns Umgang mit Leroy Sane
Julian Nagelsmann gibt Leroy Sane nicht mehr viele Chancen, sich für die deutsche Nationalmannschaft zu beweisen. Diese Aussage missfällt Matthias Sammer.
Frankfurt – Die deutsche Nationalmannschaft strebt in den kommenden Tagen die direkte Qualifikation für die Weltmeisterschaft im nächsten Jahr an. Um dieses Ziel zu erreichen, muss das Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann die Tabellenführung in der Qualifikationsgruppe A verteidigen. Aktuell belegt die DFB-Auswahl mit neun Punkten aus vier Spielen den ersten Platz, jedoch ist der Vorsprung auf die punktgleiche Slowakei nicht komfortabel.
Am kommenden Montag treffen Deutschland und die Slowakei im direkten Duell aufeinander. Zuvor steht die DFB-Elf am Freitag in Luxemburg auf dem Platz. Vor rund einer Woche veröffentlichte Julian Nagelsmann seinen Kader für die bevorstehenden Länderspiele. Unter den Nominierten befindet sich auch Said El Mala sowie Leroy Sane. Dennoch erklärte der Bundestrainer öffentlich, dass der Offensivspieler von Galatasaray Istanbul möglicherweise nicht mehr viele Gelegenheiten haben wird, sich im DFB-Dress zu beweisen. Matthias Sammer kritisiert diese Herangehensweise des Bundestrainers.
Matthias Sammer (58) hält die Aussagen von Julian Nagelsmann (38) über die Rolle von Leroy Sane (29) in der deutschen Fußballnationalmannschaft für unangebracht, wie aus einem Artikel der BILD hervorgeht. Das Boulevardblatt zitiert Sammer mit den Worten: „Das ist genau das, was ich ihm grundsätzlich nicht geraten hätte zu sagen.“ Er fügte hinzu: „Du solltest in der Öffentlichkeit die Beziehungsebene nicht infrage stellen und der Öffentlichkeit mitteilen, dass es möglicherweise die letzte Chance ist.“ Diese Äußerungen machte Nagelsmann während einer Pressekonferenz am Montag.
„Leroy weiß, was gefragt ist“, betonte Nagelsmann zuletzt. Der Bundestrainer hatte bereits vor einigen Monaten klargestellt: „Er muss mehr auffallen. Ich brauche eine gewisse Quote.“ Nachdem Sane in den letzten beiden Länderspielphasen nicht in den Kader berufen wurde, hat Nagelsmann ihn nun für die bevorstehenden Qualifikationsspiele gegen Luxemburg und die Slowakei nominiert, obwohl Sane „die Quote nicht zu 100 Prozent erfüllt“. Der Nationalcoach kündigte an: „Er hat nicht mehr unzählig viele Chancen, sich hier zu beweisen. Das kann ich auch so offen sagen, weil ich es ihm auch so offen gesagt habe.“
Sammer hält diesen Ansatz von Nagelsmann für unangebracht. Er ist der Meinung: „Meine Erfahrungen zeigen, dass Individualisten Liebe brauchen, so viel Liebe, dass es knallt. Das ist einfach so.“ Gleichzeitig gesteht der 58-Jährige ein, dass er in Bezug auf die Wortwahl des Bundestrainers sagt: „Ich würde das nicht mehr so tun, aber in dem Alter von Julian hätte ich es genauso gemacht und es wäre vielleicht auch nicht richtig gewesen.“
Sane wechselte im vergangenen Sommer in die türkische Süper Lig zu Galatasaray Istanbul, weshalb er nicht mehr unmittelbar im Blickfeld von Nagelsmann steht. In der laufenden Saison hat der 29-Jährige wettbewerbsübergreifend bislang lediglich drei Tore und drei Assists in 15 Partien für die Hauptstädter beigesteuert. Zuletzt spielte Sane für Deutschland im Juni, als die Nationalmannschaft im Halbfinale der Nations League gegen Portugal unterlag. (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit neunzigplus.de/)