Max Eberl äußert sich nach Uli Hoeneß' TV-Auftritt
München – Nach dem denkwürdigen Auftritt von Uli Hoeneß im Sport1-Doppelpass hat sich Max Eberl, der Sportvorstand des FC Bayern München, erstmals öffentlich zu den Aussagen des Ehrenpräsidenten geäußert. Eberl schloss eine oft diskutierte Konsequenz kategorisch aus.
Hoeneß hatte während seiner leidenschaftlichen Rede im TV eine Reihe von Themen angesprochen, die in der Fußballwelt für großes Aufsehen sorgten. Besonders Eberl, der als einer der „Haupt-Opfer“ seiner Kritik galt, wurde von Hoeneß erwähnt. Während Hoeneß Eberl in seinen positiven Ausführungen über den erfolgreichen Transfersommer des Rekordmeisters lobte, äußerte er auch, dass Eberl möglicherweise „empfindlich“ sei und noch lernen müsse, dass Transfers am FC Bayern im Team und nicht allein getätigt werden.
Inzwischen hat Hoeneß seine Aussagen relativiert und erklärt, dass sie eher als Hilfestellung gedacht waren. Dennoch sehen TV-Experten wie Didi Hamann Eberl so stark beschädigt, dass sie glauben, er könnte nicht mehr weitermachen. Bei der heutigen Pressekonferenz vor dem Bundesligaspiel gegen den Hamburger SV erhielt Eberl die Gelegenheit, sich selbst zu den Vorwürfen zu äußern.
Der 51-Jährige, der als erfahrener Medienprofi gilt, zeigte zunächst wenig Interesse, auf das Thema einzugehen: „Ich möchte ein Geheimnis offenbaren: Bei Vinni (Kompany), Christoph (Freund) und mir ist es so, dass wir, wenn Themen um uns herum ausgelutscht sind, sagen: ‚Und jetzt: Fußball. Jetzt geht es nur noch um Fußball.‘“ Eberl fuhr fort: „Wir haben in der Transferperiode viel erreicht, den Kader verkleinert, Platz für Talente geschaffen und Gehaltseinsparungen erzielt. Jetzt zählt nur der Fußball.“
Nachdem die Journalisten mit dieser eher knappen Antwort nicht zufrieden waren, lieferte Eberl detailliertere Informationen: „Ich möchte hier einen guten Job machen. Ich bin vor 17, 18 Monaten gestartet, und es war keine einfache Situation. Was ich tue, mache ich mit Leidenschaft, dafür brenne ich.“
Eberl präsentierte sich zufrieden und souverän, ganz und gar nicht beschädigt, wie ihm zuletzt nachgesagt wurde: „Wir haben im letzten Sommer einen herausragenden Trainer gefunden, sowohl menschlich als auch fachlich. Es ging darum, den Kader zu verändern. Die Vertragsverlängerungen waren entscheidend. In diesem Sommer haben wir den Kader erneut angepasst. Der Aufbau von Talenten darf niemals ein Hype sein. Wir haben begonnen, Kosten zu senken und Einnahmen zu generieren. Dafür stehen wir. Mein Herz schlägt für diesen Verein, ich habe viel vor und möchte mit Bayern München erfolgreich sein.“
Mit einem starken Statement schloss Eberl seine Ausführungen zu diesem Thema ab: „Nie habe ich daran gedacht, bei Bayern München aufzugeben.“ Diese „Kampfansage“ dürfte die Vereinsbosse und den mächtigen Aufsichtsrat erfreuen, da sie deutlich macht, dass Eberl nicht so empfindlich ist, wie Hoeneß es ihm angedichtet hatte. Übrigens sieht Eberl das Wort „Empfindlichkeit“ in der heutigen kalten Welt nicht als Kritik, sondern verbindet es mit seinem Synonym: „Leidenschaft.“
Auf die Frage zu seiner Beziehung zu seinem (ehemaligen) Mentor Hoeneß und ob er dessen Ratschläge in Zukunft annehmen würde, antwortete Eberl: „Ich wäre dumm, wenn ich sagen würde, dass ich nicht jeden Tag dazulerne. Alles, was mir und uns hilft, erfolgreich zu sein, nehme ich an – auch Tipps vom Ehrenpräsidenten.“